17 Februar 2020 | Meinung & Kommentare

Ein ambivalentes Unternehmen

Aufklärung über den aktuellen Stand der deutsch-namibischen Verhandlungen über das koloniale Genozid-Dogma sowie den vorgesehenen Rahmen der Wiedergutmachung hat das deutschsprachige Publikum vor einer Woche in Swakopmund diesmal von einem Herero erfahren: Ueriuka Festus Tjikuua, Sekretär des Ovaherero/Ovambanderu- und Nama Komitees für Genozid-Dialog.

Was die jüngste Aktualisierung wesentlich von vorigen unterscheidet, ist, dass sich hier Nachfahren und Erben der kriegführenden Parteien vor 116 Jahren um offene Aussprache bemüht haben. Es geht um den gemeinsamen Weg nach vorn. Die Debatte über den Kolonialkrieg kann nicht „ewig gestrig“ in den Klischees ethnischer Fraktionen und rechthaberischer Geschichtsschreiber stecken bleiben, die unter namibischen Gruppen aus Vergangenem Ressentiment schüren wollen. Auf dem Weg nach vorn zeichnen sich im Rahmen des Wiedergutmachungsplanes für die sieben Regionen unterhalb der Etoscha-Pfanne verheißungsvolle Eingriffe ab.

Aber genau da sollte die Diskussion jetzt schon ansetzen. Das massive Förderprogramm für die Regionen //Kharas, Hardap, Khomas, Erongo, Otjozondjupa, Omaheke und Kunene - angedacht für 30 bis 45 Jahre! - das selbst Quengelparteien nicht wie die vorige deutsche Sonderinitiative kaum abschießen können, enthält jedoch Saat für Konflikte. Wie wird die Regierung in Windhoek und wie werden die Ovambo-, Kavango- und Sambesi-Regionen mit der abgegrenzten, einseitigen Förderung der sieben Regionen umgehen? Die Gegenforderung aus dem Norden wird nicht auf sich warten lassen, nämlich dass sie - über rund 24 Jahre hinweg als ehemalige militärische Aufmarsch- und Kampfgebiete - ebenso Sonderbehandlung verdienen, zumindest wie Regionen, wo vor 116 Jahren Gefechte stattfanden.

Von den deutsch-namibischen Verhandlungen erhoffen sich Berlin und Windhoek einen Abschluss. Ein Schluss-Strich wird es jedoch nicht sein. Eberhard Hofmann

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