06 Mai 2021 | Politik

EFF: Cassinga war ein Genozid

Untersuchung im Cassinga-Angriff gefordert - Geingob: „Frieden und Stabilität schützen“

Südafrika muss die Söldner identifizieren und zur Rechenschaft ziehen, die vor 43 Jahren an dem als Massaker bezeichneten Angriff auf Cassinga in Angola teilgenommen haben. Außerdem muss der Angriff als Genozid anerkannt werden. Das fordert die südafrikanische Partei EFF.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek/Johannesburg

Am 4. Mai 1978 haben südafrikanische Streitkräfte einen Angriff auf Cassinga in Angola gestartet. Laut angolanischen Angaben wurden dabei 624 Menschen getötet und 611 verletzt, die Partei SWAPO behauptet wiederum, dass 582 Personen gestorben und 400 verletzt wurden. 43 Jahre nach diesem Ereignis stellt die südafrikanische Partei Economic Freedom Fighters, die von dem Politiker Julius Malema gegründet wurde, nun plötzlich hohe Anforderungen.

„Die südafrikanische Regierung muss die Söldner, die an dieser abscheulichen Tat beteiligt waren, ermitteln, identifizieren und zur Rechenschaft ziehen. Außerdem müssen alle betroffenen Familien in der Form einer Wiedergutmachung entschädigt werden“, teilten drei EFF-Sprecher in einer gemeinsamen Erklärung mit. In dem Dokument bezeichnen sie den Angriff als „brutale Tötung und Genozid“ anhand der weißen Siedler (P.W.) Botha und (D.F.) Malan. Aber auch die Komplizen des „weißen Siedler-Regimes, UNITA und Koevoet“, seien dafür verantwortlich.

„Die Generäle und Fallschirmjäger, die im Himmel über dem Flüchtlingslager Cassinga schwebten, haben ohne Scham mehr als 600 Seelen gefordert und mehr als tausend weitere verletzt“, heißt es weiter. Die damalige Wahrheits- und Versöhnungskommission habe „keine Gerechtigkeit für die Menschen von Namibia gebracht“. Die EFF fordert daher, dass der Cassigna-Angriff „wie alle anderen Genozide weltweit“ als solcher anerkannt werde und dass die Beteiligten strafrechtlich verfolgt würden.

Zur gleichen Zeit hat Präsident Hage Geingob Namibier aufgerufen, den Frieden und die Stabilität sorgfältig zu schützen. Dies hat er in einer am Cassinga-Gedenktag veröffentlichten Erklärung zum Ausdruck gebracht und erklärt, dass es ohne Frieden und Stabilität keine Entwicklung geben könne. „Lasst uns weiterhin in der zweiten Phase des Befreiungskampfes die Hände halten. Wir kämpfen für den Wohlstand unseres Volkes“, so Geingob. Der Präsident ruft Namibier ferner auf, trotz unterschiedlicher politischer, religiöser, Stammes-, Rassen- oder ethnischer Orientierungen, von Lastern abzusehen.

Gleiche Nachricht

 

Parteien brechen das Gesetz

vor 7 stunden | Politik

Von Katharina Moser, WindhoekIn ihrem jüngsten regelmäßig erscheinenden Bericht zur namibischen Demokratie hat das Institut für Öffentliche Politforschung scharfe Kritik an der finanziellen Transparenz der...

Gesundheitsministerium fordert Legalisierung der Abtreibung

vor 1 tag - 20 Oktober 2021 | Politik

Von Jana-Mari Smith und Katharina Moser, Windhoek Das namibische Gesundheitsministerium drängt die Regierung, sichere Abtreibungen in Namibia zu legalisieren. Dies ist das Ergebnis des zweiten...

Ampel-Parteien rüsten sich für Koalitionsverhandlungen

vor 1 tag - 19 Oktober 2021 | Politik

Berlin (dpa) - Nach der Zustimmung ihrer Parteigremien bereiten sich SPD, Grüne und FDP auf den Beginn von Koalitionsverhandlungen vor. Die Gespräche könnten noch in...

Anhörungen zum Abtreibungsgesetz im Parlament

vor 2 tagen - 19 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (jms/km) - Gestern haben die historischen Anhörungen zum namibischen Abtreibungsgesetz im Parlament begonnen. Verfechter der Kampagne, die die Legalisierung der Abtreibung fordern, plädierten vor...

SWAPO will Wähler gewinnen

vor 3 tagen - 18 Oktober 2021 | Politik

Swakopmund/Windhoek (er) - Die regierende Partei SWAPO hat in den vergangenen Jahren „viel Kritik“ im Zusammenhang mit Uneinigkeit, der Erbringung von Dienstleistungen und der Leistung...

Schlettwein: Genozid und unfassbares Leid

vor 6 tagen - 15 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (bw) - Namibias deutschsprachiger Agrarminister Calle Schlettwein befürwortet, dass ein Angebot von Deutschland, rund 18 Mrd. N$ als Wiedergutmachung für koloniale Gräueltaten, erneut verhandelt...

Hambuda will 260 000 N$ für 37 Arbeitstage

vor 6 tagen - 15 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (ot/cr) - Der ehemalige leitende Windhoeker Stadtdirektor, Fillemon Hambuda, fordert von der Stadtverwaltung 260 000 N$ als Vergütung für die vom 1. September bis...

Mayumbelo bittet um Freistellung

1 woche her - 13 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (km) - Im Streit um den zukünftigen Stadtdirektor von Windhoek hat der amtierende Direktor George Mayumbelo um eine Freistellung von dem Posten gebeten. Dies...

Innenministerium weist Amupandas Tweet zurück

1 woche her - 11 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (Nampa/cr) - Das Ministerium für Inneres, Einwanderung und Sicherheit hat einen Tweet (4.10) des Bürgermeisters von Windhoek, Job Amupanda, zurückgewiesen, in dem dieser behauptete,...

Likoro im Think-Tank-Team

1 woche her - 11 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (jb/led) - Nachdem die regierende Swapo-Partei den wegen sexuellem Missbrauch verurteilten politischen Berater Vincent Likoro in ihr sogenanntes Think-Tank-Team (Ideenschmiede) berufen hat, kommt Kritik...