07 Juli 2020 | Polizei & Gericht

Drastischer Anstieg von häuslicher Gewalt

Frauen und Kinder während des Corona-bedingten Lockdowns besonders gefährdet

Weltweit wird vor einem Anstieg von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt während eines Lockdowns gewarnt. Hiesigen Experten zufolge wird Namibia auch mit diesem Problem konfrontiert, wobei besonders Frauen und Kindern Gewalt im eigenen Zuhause zum Opfer fallen.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Die namibische Frauenrechtsorganisation REGAIN TRUST hat laut eigenen Angaben während des Lockdowns im März und April dieses Jahres einen drastischen Anstieg von Fällen der häuslichen Gewalt erlebt. „Vorher wurden uns monatlich vielleicht sieben bis zehn Fälle gemeldet, in den besagten Monaten waren es auf einmal bis zu 36 Fälle“, so die Organisation. Anlass dieser Aussage war der Beginn einer Diskussionsreihe über geschlechterbezogene Themen, die REGAIN TRUST Ende Juni zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung ins Leben gerufen hatte. Geschlechterspezifische Gewalt während des Lockdowns und die Reaktion der Regierung darauf, wurden als erste Inhalte in der Themenreihe behandelt.

„Aufgrund des COVID-19-bedingten Lockdowns wurden Frauen und Kinder dem erhöhten Risiko ausgesetzt, Opfer häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt zu werden. Namibia ist von diesen Auswirkungen nicht ausgenommen“, so die Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Wissenschaftlerin Kudzai Chireka habe in einem von ihr verfassten Artikel zu dem Thema erläutert, dass „in Namibia sowohl Frauen als auch Männer während der Ausganssperre Opfer von häuslicher Gewalt wurden, es in 95 Prozent der Fälle jedoch Frauen und Kinder waren.“ 90 Prozent aller gemeldeten Gewaltfälle geschahen Chireka zufolge in einer engen Partnerschaft.

Eunice Iipinge, die unlängst gewählte Leiterin des SWAPO-Frauenrats, erklärte, dass Namibia „sinnvolle Gesetze“ in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt erlassen habe, deren Umsetzung jedoch eine Herausforderung bliebe. Ihr zufolge sind in Namibia die gemeldeten Fälle in der Tat während des Lockdowns zurückgegangen, was wahrscheinlich eher auf die verminderte Meldung der Fälle aufgrund fehlender Anlaufstellen und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit zurückzuführen sei. REGAIN TRUST bestätigte diesbezüglich, dass „der Polizei weitaus weniger Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet wurden“, als der Frauenrechtsorganisation selbst.

Als Reaktion auf die geschlechtsspezifische Gewalt während des Lockdowns und „solch einer Krise“ habe Chireka der Regierung vorgeschlagen, Einkommenszuschüsse in der Form eines „Women‘s Income Grant“ einzuführen, die den wirtschaftlichen Druck insbesondere für Frauen mindern könne. Darüber hinaus sollte der Staat den Gesundheitssektor besser ausrüsten, damit dieser mit geschlechtsspezifischer Gewalt während der Pandemie fertig werden könne. „Dazu gehört auch die Ausbildung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, Ersthelfern, Polizisten und Gemeinden“, so Chireka.

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