13 Oktober 2017 | Meinung & Kommentare

Doppelte Verschwendung

Fast 200 Namibier sind diese Woche ins russische Sotschi geflogen. Der Kurort am Schwarzen Meer ist Gastgeber für die „19. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden 2017“. Auf den zweiten Blick sieht das aus wie eine Reise zurück in eine Gesellschaft, die längst untergegangen ist. Insofern ist es doppelte Verschwendung: von Zeit und von (Steuerzahler-)Geld.

Das Festivalprogramm erinnert stark an den Kalten Krieg. So lautet das Unterthema des Afrika-Tages: „Der Kampf gegen den Aufstieg von Faschismus und gegen Anti-Kommunismus, Rassismus und Xenophobie“. Als ob das die Hauptprobleme Afrikas wären. Wie wär´s stattdessen mit dem Kampf gegen reale, omnipräsente Probleme in Afrika: Korruption, Machtmissbrauch, Tribalismus, Geldverschwendung, Bildungs- und Gesundheitsrückstand!? Weitere Konferenzen, Seminare und Ausstellungen handeln u.a. von den „Zielen der Oktoberrevolution“, der „Ära der Sowjetunion“, der „Flüchtlingskrise als Resultat der imperialistischen Aggressivität“ und der „Rolle der Sowjetunion in der Verteidigung gegen den Nazi-Faschismus“. Am Ende jede Menge Phrasendrescherei sowie aufgewärmte Demagogie aus dem letzten Jahrhundert. Trauern Namibier dort etwa dem gescheiterten Sozialismus-Experiment nach?

Damit nicht genug: Unsere Staatskasse ist leer. Der Staat ignoriert sogar seine (Zahlungs-)Pflichten, was Unternehmen die Existenz und Angestellten den Job kostet. Und da haben wir fünf Millionen N$ für eine Propaganda-Reise nach Sotschi!? Wenn Jugendlichen schon in die Welt geschickt werden, dann bitte auf eine Bildungsreise. Davon hätten wir alle etwas. Denn Wissen ist genauso wie Geld in diesem Land Mangelware.

Stefan Fischer

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