21 September 2017 | Glosse

Donkey-Serenaden wühlen in der Volksseele

Die elenden Esel Namibias sollen nun - wenn es nach den Chinesen und hiesigen Geschäftemachern geht - gleich zu Hunderten in Outjo und später eventuell in Okahandja geschlachtet werden. Jesslaik, tjeck das moi, Anfang der achtziger Jahre ham Landwirtschaftsexperten vorgeschlagen, denen es an der Schonung der Weide im Ovamboland gelegen war, die Donkeys im Norden wegzuschlachten, weil die wenigsten noch als Zug- und Lasttiere benutzt wurden und zumeist herrenlos in den Vleys, Oshanas und gar in den Mahangu-Feldern rumgetrampelt ham. Die Experten hatten´s nich gegen das schreckliche Ih-Ah der Viecher. Die meinten, der Donkey habe seine Zeit als Nutzvieh hinter sich gebracht und zehre nun nur noch parasitär an der schwindenden und geschundenen Weide zwischen den Oshanas.

Die Donkeys der Nama, Dama und Baster waren damals nich gemeint, denn die müssen auch heute, über 30 Jahre später, noch ordentlich ran und im Nahverkehr zwischen Derm, Rehoboth und Maltahöhe meinetwegen zu zweit oder auch zu dritt die Karre ziehen, auf der notfalls die ganze Familie Platz findet. Obwohl die wenigsten Donkeys an den Karren eine Behandlung erfahren, die den Tierschutzverein oder einen Überseetouristen zufriedenstellen würde, so is die nähere Zukunft dieser Biester vor allem im Süden dennoch gesichert, weil viele Leut´ einfach auf die Viecher angewiesen sind. Ein Otjiauto, never maind die Unterhaltskosten für ´ne Benzinkiste, bleibt mos unerschwinglich.

Zurück zu den besorgten Landwirtschaftsexperten der achtziger Jahre. Die hätten Chinesen, die Donkey-Schlachthöfe bauen wollen, mit offenen Armen empfangen, ganz anders als heute, wo eine Absichtserklärung asiatischer Donkeyschlächter urplötzlich Eselschützer aus England und Südafrika auf den Plan ruft. Und schon sind Hype und Donkeyhysterie im Tagesgemüt der Medien, die sommer so stief Donkey-Sympathie verströmen, als handle es sich um eine bedrohte Spezies.

Jong, wir wollen die Kirche im Dorf und Donkeys Esel sein lassen. Der Donkey is ´n Nutztier wie Kuh, Ochs, Kalb und Springbock. Ob Wild oder Haustier, beide fressen, äsen und gedeihen heutzutage auf Gnaden des Menschen, der die Viecher züchtet oder die Zucht einstellt, der sie hegt und am Ende nutzt, schlachtet, erlegt, wie auch immer. Und wie immer geht es hier um die Art und Weise, wie Vieh artgerecht gehalten, geschlachtet und Wild erlegt wird, also schnell, direkt und ohne Qual und Quälerei, ganz egal ob Donkey, Schlachtochse, Oryx oder Elefant.

Und dass die chinesischen Unternehmer zur Herstellung des Lebenselixiers „Ejiao“ für ihre Frauen Donkey-Häute und -Haare verwenden, is mos zunächst unbedenklich. Das Ejioao is mos ein Putschmittel für Weibsen, sowas wie Ginseng für Mannsen, mit dem Unterschied, dass die asiatischen Mannsbilder bleddy-well nich mehr mit Ginseng zufrieden sind, sondern wie die Araber Nasenhörner von Rhinos ham wollen. Aber das is die schon aus- und abgedroschene dämn Story, dass viele Mannsen des Reiches der Mitte auf Hornpulver bestehen (horny!) und net nich gleichwertige Fingernägel kauen oder Körperhaar - ganz egal von welcher Körpergegend - lutschen wollen. Und das auf Kosten unserer namibischen Nashörner!

Zurück zu unseren Langohr-Donkeys. Also bedenklich is nich, dass Donkeys geschlachtet werden sollen. Benklich is, wie das geschehen wird, wenn man sich die Hundehaltung in Käfigen in asiatischen Restaurants vor Augen hält, wo ´n elender Köter frisch und frei von einem Gast zur anstehenden Mahlzeit ausgesucht werden kann. Die Chinesen müssten sich bei einem namibischen Esel-Schlachthof an die Tier- und Schlachtvorschriften ihres afrikanischen/namibischen Gastlandes richten, so wie Namibier sich beim Rindfleischexport in die Europäische Union (EU) die Hygiene- und Tierhaltungsregeln eben der EU zu eigen gemacht ham. Und da is mos Trabbel! Wir alle wissen, dass unsere asiatischen Solidarfreunde bei der Einhaltung von Arbeits- und sonstigen Gesetzen und in den Gepflogenheiten der Tenderverfahren (Ausschreibungen) wrachtach eine ganz andere Art - wenn überhaupt - der Regelauslegung an den Tag legen.

Vor dem Ausstieg noch eins aus der Donkeyschrift des Eselverfechters Ulf Stuberger: „Der ,dumme Esel` ist eine Erfindung des Christenmenschen. Eselhengste gelten als sexuell sehr aktive Tiere. Darum machte sich der Klerus daran, dem gemeinen Volk die Verehrung dieses Tieres durch Verunglimpfungen auszutreiben.“ Und der Steinbock fügt hinzu: „ … und das obwohl der Messias vor seiner Hinrichtung auf einem Esel in die Stadt Jerusalem geritten ist …“ Ein österreichischer Autor, Alois Musil, schreibt schon 1908 in Wien: „In ganz Arabia … ist man der Ansicht, daß der Esel das pfiffigste Tier ist.“

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