11 Februar 2021 | Polizei & Gericht

Dippenaar-Fall verzögert

Marathonprozess soll nun im Oktober 2021 fortgesetzt werden

Die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Unfallfahrer Jandré Dippenaar konnte wegen der von der südafrikanischen Regierung eingeführten Maßnahme zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie nicht fortgesetzt werden. Der nächste Verhandlungstermin ist nun wieder im Oktober.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund

Mehr als sechs Jahre nach dem verheerenden Verkehrsunfall nahe Henties Bay, bei dem sechs Menschen ums Leben gekommen sind, ist bei der Gerichtsverhandlung kein Ende in Sicht. Der Marathonprozess vor dem Regionalgericht in Swakopmund sollte am vergangenen Freitag fortgesetzt werden. Dabei sollte erneut der Staatszeuge und Unfallrekonstruktionsexperte Johan Joubert aus Südafrika angereist sein und vernommen werden. Allerdings kann Joubert wegen der geschlossenen Landgrenzen von Südafrika und der damit einhergehenden Reisebeschränkung nicht nach Namibia einreisen und vor Gericht präsent sein. Der Fall wurde daher auf den 18. Oktober 2021 vertagt – dann soll die Verhandlung planmäßig fortgesetzt werden.

Am vergangenen Freitag wurde außerdem ein im August 2020 gegen Dippenaar verhängter Haftbefehl aufgehoben. Dippenaar wird von Anwalt Petrie Theron und Advokat Louis Botes vertreten, derweil Tresia Hafeni für die Staatsanwaltschaft aufgetreten war. Richterin Gaynor Poulton hat den Fall vertagt. Dippenaar bleibt bis zum nächsten Termin – wie bereits seit Prozessbeginn – gegen eine Verwarnung auf freiem Fuß.

Das Dippenaar-Verfahren gilt als Aufsehen erregend, da es der erste Fall in Namibias Geschichte ist, bei der sich eine Person nach einem Verkehrsunfall wegen Mordes verantworten muss. Dippenar wird sechsfacher Mord, rücksichtsloses bzw. fahrlässiges Fahrverhalten, Betrug und das Fahren ohne gültigen Führerschein vorgeworfen. Laut Anklageschrift soll er am 29. Dezember 2014 mit einem weißen Toyota FJ Cruiser von Swakopmund in Richtung Henties Bay gefahren sein. Kurz vor dem Ort soll er an einer Anhöhe überholt und mit einem weißen Ford-Ranger-Doppelkabiner kollidiert sein. Von den vier Insassen im FJ Cruiser hat nur er überlebt: Dinah Pretorius (30) aus Gobabis sowie Charlene Schoombe (24) and Jan-Carel Horn (27) aus Windhoek sind verstorben.

In dem Ford Ranger war wiederum eine deutsche Touristenfamilie gereist. Markus Joschko, seine Frau Stephanie Schermuck-Joschko and die älteste Tochter Alexandra Joschko sind an der Unfallstelle an ihren Verletzungen erlegen. Lediglich die jüngste Joschko-Tochter, Antonia, die zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt war, hat in dem Wagen überlebt.

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