29 Juli 2003 | Politik

Diktatoren-Vergleich

Windhoek - Der Schlagabtausch der Regierung mit Organisationen, die sich kritisch mit dem Status von Minderheiten in Namibia auseinandersetzen, nimmt immer schrillere Formen an.

. Die Nationale Gesellschaft für Menschenrechte (NGfM) nimmt im Gegenzug jetzt den Regierungschef selbst ins Visier: "Die Verbalattacken von Präsident Nujoma gegen einige Medien und nichtstaatliche Organisationen in der letzten Zeit sind eines Diktators würdig", sagt Phil ya Nangoloh, Direktor der NGfM, in einer Presseerklärung. Er reagiert damit auf eine kürzlich im Fernsehen übertragene Versammlung in der Kavango Region, auf der Nujoma den Medien "Lügen" und Sensationsmache aus Geldgier vorgeworfen hatte. Laut ya Nangoloh schiebt Nujoma die Schuld an der Situation der Minderheiten "wie immer" von sich auf andre: "Nujoma weist die Verantwortung an der prekären Lage der einheimischen Minderheiten dem südafrikanischen Apartheidsregime zu. Aber diese Zeit ist mehr als 13 Jahre vorbei."


Die Studie "Minderheiten im unabhängigen Namibia" , an der sich die momentane Debatte entzündet hatte, habe auf Grund ihres Wahrheitsgehalts eine weite Beachtung in der hiesigen Medienlandschaft hervorgerufen. Jetzt gegen einzelne Medien vorzugehen, die die Studie thematisieren, ist für ya Nangoloh ein weiterer Anhaltspunkt dafür, wie Präsident Nujoma an der Wahrheit vorbei debattiere: "Es war vorhersehbar, dass Nujoma, statt sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, jetzt die nichtstaatlichen Organisationen und die Zeitung The Namibian als reaktionär bezeichnet. Er wirft ihnen sogar vor, Geld aus dem Ausland zu erhalten, um sich selbst zu bereichern, den guten Ruf Namibias zerstören zu wollen sowie den Frieden und die Stabilität des Landes zu gefährden."


Die Frage laute aber, worum es wirklich gehe, wenn von Frieden und Stabilität gesprochen wird. Und auf diese Frage gebe es laut ya Nangoloh nur eine Antwort: "Im Verlauf der letzten fünf Jahre ist Präsident Nujoma immer intoleranter gegenüber Kritik geworden. Und er ist emsig bemüht, den Stil von Robert Mugabe gegenüber jeglicher Opposition zu übernehmen. Seine Ausfälle gegen weiße Farmer, Menschenrechtsgruppen, die Medien und sexuelle MInderheiten sind unerträglich und seine Kommentare in Bezug auf Ausländer im generellen und Europäern im Besondren sind von Rassismus geprägt."

Gleiche Nachricht

 

Kazenambo zieht weiter über deutsche Farmer her

vor 9 stunden | Politik

Windhoek (km) • Der Swapo-Politiker und ehemalige Parlamentarier Kazenambo Kazenambo hat sich erneut kritisch gegenüber den deutschsprachigen Namibiern geäußert, aber Vorwürfe zurückgewiesen, einen Bürgerkrieg zu...

Einreise wird verweigert

vor 1 tag - 16 Juni 2021 | Politik

Windhoek (cr) - Das US-Außenministerium gab gestern bekannt, dass die ehemaligen namibischen Minister Bernhardt Esau und Sacky Shanghala aufgrund ihrer angeblichen Verwicklung in erhebliche Korruption...

Flaggenmarsch in Jerusalem schürt Sorge vor erneuter Eskalation

vor 1 tag - 15 Juni 2021 | Politik

Jerusalem (dpa) - Israel bereitet sich mit einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften auf einen geplanten Flaggenmarsch von rund 5000 Nationalisten in der Jerusalemer Altstadt vor....

Biden bei Gipfel mit EU-Spitzen: Europa ist «natürlicher Partner»

vor 1 tag - 15 Juni 2021 | Politik

Brüssel (dpa) - US-Präsident Joe Biden hat bei seinem Gipfel mit den EU-Spitzen die Verbundenheit der Vereinigten Staaten mit Europa unterstrichen. "Europa ist unser natürlicher...

Spahn: Maskenpflicht draußen kann grundsätzlich entfallen

vor 2 tagen - 14 Juni 2021 | Politik

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält angesichts der stark sinkenden Corona-Infektionszahlen ein schrittweises Ende der Maskenpflicht für denkbar - rät aber im Zweifel,...

Nato-Generalsekretär warnt kurz vor Gipfelbeginn vor China

vor 2 tagen - 14 Juni 2021 | Politik

Brüssel (dpa) - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat kurz vor Beginn des Gipfels in Brüssel deutlich vor den von China ausgehenden Bedrohungen gewarnt. Das Land habe...

„IWF-Darlehen ohne Bedingung“

vor 6 tagen - 11 Juni 2021 | Politik

Von Jo-Maré Duddy & Frank Steffen, Windhoek Der namibische Finanzminister, Iipumbu Shiimi, äußerte sich gestern zum IWF-Darlehen, das grundsätzlich dazu angedacht war, die Folgen der...

Kazenambo droht unverhohlen

vor 6 tagen - 11 Juni 2021 | Politik

Windhoek (ste) - Der umstrittene Alt-Politiker Kazenambo Kazenambo machte gestern seinem Ruf während eines Pressegesprächs alle Ehre, als er eine Stellungnahme zum Genozid-Rahmenabkommen bekanntgab: „Die...

Zwangsarbeit statt Straflager

vor 6 tagen - 10 Juni 2021 | Politik

Moskau (dpa) – In Russlands Straflagern vegetieren Hunderttausende Menschen wie der prominente Oppositionelle Alexej Nawalny. Wie der 45-Jährige sitzen viele – ob schuldig oder unschuldig...

US-Berufungsgericht weist Klage ab

1 woche her - 10 Juni 2021 | Politik

Von Brigitte Weidlich, Windhoek Am Montag hatte der Oberste Gerichtshof der USA einen Antrag auf Wiederaufnahme der Völkerrechtsklage gegen Deutschland abgelehnt. Die Herero und Nama...