29 Mai 2019 | Meinung & Kommentare

Dienstleistungen sind gefragt

Man braucht kein Politwissenschaftler zu sein um festzustellen, dass sich die namibischen Politiker zusehends von ihrer Basis (der Grass Roots-Politik) wegbewegen. Dies passiert u.a. durch eine fadenscheinige Steuererhöhung in Form der „freiwilligen“ Sozialsteuer in Höhe von zwei Prozent oder sonstige Einmischung in die Privatwirtschaft.

Der Finanzminister lamentiert die abnehmenden Steuereinnahmen während die Mehrwertsteuer ihm aufgrund der inflationären Teuerung ständig mehr Geld einbringt und die angeblich nicht-erhöhte Einkommenssteuer sich eben doch erhöht, weil Verdienste aufgrund der normalen Gehaltsanpassungen gemäß Inflationsrate (nicht mit einer Gehaltserhöhung gleichzusetzen) allmählich in höhere Steuersparten rutschen (sogenannter „Tax Creep“).

Der Privatsektor (nicht zuletzt der Bausektor) musste aufgrund der Wirtschaftsflaute ständig den Gürtel enger schnallen, während sich die meisten Angestellten von Staatsbetrieben sowie Staat einmal im Jahr ihre Gehaltserhöhungen und Boni zugeschoben haben. Das, während bspw. der staatliche Kommunikationsbetrieb Telekom aufgrund eigener Misswirtschaft und Fehlentscheide seinen Zweck verfehlt hat und es somit an der Privatwirtschaft (in diesem Fall Paratus in Windhoek) liegt, die dadurch entstandenen Mängel zu beheben (und natürlich dabei Geld zu verdienen).

Doch kaum meint Windhoek vermeintlich „einfache“ Einnahmemöglichkeiten zu erkennen, will es ein solches Netz installieren - auch wenn es eigentlich längst den Zug verpasst hat, denn das Netz steht bereits.

Somit bleibt die Frage, warum die Windhoeker Stadtverwaltung andauernd über fehlende Mittel für die Sanierung eines maroden Wasserversorgungsnetzes klagt, das für einen Wasserverlust von nahezu 12 Prozent verantwortlich ist, aber 150 Millionen N$ für ein Telekommunikationsnetz ausgeben will, welches bereits von der Privatwirtschaft abgedeckt wird?

Die Stadtverwaltung soll sich endlich auf eine verbesserte Dienstleistung konzentrieren, statt in der Privatwirtschaft mitzumischen, wo sie nicht hingehört!

Von Frank Steffen

Gleiche Nachricht

 

SWAPO-Gezeter à la Trump

vor 22 stunden | Meinung & Kommentare

„Ich war persönlich dabei und kann versichern, dass das Stadion weit überfüllt war (…). Wir mussten Teilnehmer sogar aufs Spielfeld lassen, weil nicht genügend Platz...

Uns blüht die Qual der Wahl

vor 1 tag - 16 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Anlässlich der Rede zur Lage der Nation, ließ Präsident Hage Geingob im April ein umfassendes Hochglanzmagazin mit dem Titel „Harambee Prosperity Plan - The Namibian...

Faires Maß gehört angelegt

vor 3 tagen - 14 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Seit 2012 bemüht sich die Firma Namibian Marine Phosphate (NMP) darum, rechtmäßig und entsprechend einer zugestandenen Explorationslizenz, Phosphat im Meer abzubauen. Das Bergbauunternehmen wusste, dass...

Wenn Frauen zu Statisten werden

1 woche her - 10 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Für die einen frauenfeindliche Fleischbeschau, für die anderen Traditionspflege und Gegenentwurf zu angeblich westlich geprägtem Kulturimperialismus: Wer wissen will, warum das Olufuko-Festival derart umstritten ist,...

Keine Nachhaltigkeit ohne Willen

1 woche her - 04 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Das Wort Nachhaltigkeit ist in den meisten Nachschlagewerken keine 150 Jahre alt - es ist also ein Begriff, der sich durch bittere Erfahrungen entwickelt hat....

Von Geiseln der Inkompetenz

vor 2 wochen - 03 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Wie Gefangene im eigenen Land. So müssen sich tausende Namibier fühlen, die seit über fünf Monaten ihre abgelaufenen Reisepässe nicht erneuern können, weil das Innenministerium...

Zerreißprobe ist jetzt angesagt

vor 2 wochen - 02 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Wenn sich heute lokale sowie international-anerkannte Fachkräfte in Windhoek mit Vertretern der Regierung treffen, um die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in Namibia zu erörtern...

Kein Wahlfieber kommt auf

vor 2 wochen - 01 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Mancher mag sich noch an McHenry Venaani erinnern, als er sich im August 2014 in dem Stadtteil Ombili in dem Tobias-Hainyeko-Wahlbezirk (Katutura) einquartierte. Der Oppositionspolitiker...

Hochmut kommt vor dem Fall

vor 2 wochen - 27 September 2019 | Meinung & Kommentare

Die wöchentliche Rubrik „Im Klartext“ beruht auf dem Afrobarometer, das durch eine regelmäßige Befragung der Bevölkerung zustande kommt. Im Falle Namibias wissen wir mittlerweile, dass...

Ein Kartell, das keines ist

vor 3 wochen - 26 September 2019 | Meinung & Kommentare

Laut Definition im Gabler-Wirtschaftslexikon, kommt ein Kartell durch „Vereinbarungen zwischen Unternehmen, Beschlüssen von Unternehmensvereinigungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, die eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des...