19 Februar 2021 | Kommunikation

Die Zukunft von Namibias Trinkwasser

Studie: Entsalzung von Meerwasser könnte Versorgung sichern

„Der Wasserverbrauch in Namibia steigt unaufhörlich. Wir brauchen dringend neue Möglichkeiten der Trinkwassergewinnung. An diesem Punkt müssen wir alles tun, was mögllich ist.“ Dies sagte Abraham Nehemia, Geschäftsführer von Namwater, gestern bei einer Pressekonferenz.

Von Jannik Läkamp

Windhoek

Anlass war die Zwischenstandsmeldung einer Studie über mögliche Wege der Wasserversorgung in Namibia durch Entsalzungsanlagen. Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag der namibischen Regierung. Die Kosten in Höhe von N$ 90,5 Millionen wurden im Rahmen der Deutschen Zusammenarbeit von der „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW) getragen.

Untersucht wurde die Durchführbarkeit, die Kosten und die Rentabilität von Entsalzungsanlagen sowie deren Infrastruktur - also Pumpwerke, Wasserreservoirs, Anlagen zur Stromgewinnung und Pipelines.

Begonnen wurde das Projekt bereits im Februar 2019. Doch das geplante Datum der Fertigstellung, Februar 2020, konnte nicht final erfüllt werden.

„Aufgrund unvorhergesehener Schwierigkeiten konnten wir die Studie leider nicht rechtzeitig abschließen. Das größte Problem für uns war natürlich die Covid-19 Pandemie. Unsere Experten wurden durch sie gezwungen, in ihre Heimatländer zurückzukehren und konnten so nur schwerlich weiter an der Studie arbeiten“, so Nehemia.

Dennoch seien einige wichtige Zwischenergebnisse zustande gekommen.

„Die Versorgung von Namibia mit entsalzenem Meerwasser ist - vor allem für die zentralen Küstengebiete und Zentralnamibia mit unserer Hauptstadt Windhoek - grundsätzlich möglich“, so der Geschäftsführer von Namwater. „Allerdings, das dürfen wir keinesfalls vergessen, muss das so gewonnen Trinkwasser für die Bevölkerung bezahlbar sein.“ Das Wasser aus der Entsalzung dürfe auf keinen Fall teurer sein als das aus anderen Quellen.

Für das Projekt, das der Regierung vorgeschlagen wurde, würden etwa US$ 230,5 Millionen benötigt, so Nehemia. Dies entspreche etwa N$ 3,4 Milliarden. Gebaut würden dafür neben der Entsalzungsanlage an der Küste mit einer jährlichen Kapazität von 36,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, eine 355 km lange Pipeline nach Windhoek, vier Pumpstationen, mehrere Wasserreservoirs sowie zwei Solarkraftwerke, die zusätzlich zu der aus dem normalen Netz bezogenen Elektrizität die Stromversorgung des Projekts sichern sollen und die Energiekosten um 35% senken sollen. Der Kubikmeter Trinkwasser solle dann etwa N$ 35 kosten.

Für die erste Bauphase würden etwa US$ 165 Millionen benötigt - N$ 2,5 Milliarden. Nach Abschluss würden allerdings bereits etwa 20 Millionen Kubikmeter entsalzenes Trinkwasser pro Jahr bereitstehen.

„Die Zahlen sind aber noch nicht endgültig. Es hängt viel davon ab, wie die Regierung unseren Plan umsetzen möchte. Wenn sie sich beispielsweise für eine unterirdische Pipeline entscheidet anstatt für eine überirdische, entstehen ja ganz andere Kosten“, so Nehemia.

Trotz der Verzögerung soll die Studie bald komplett fertiggestellt und erste Entscheidungen getroffen werden. „Dann geht es voran mit Namibias Wasserversorgung“, so der Namwater-Chef.

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