01 September 2008 | Afrika

Die Märkte im Schatten von "Gustav"

Aus makroökomischer Sicht gab es in der abgelaufenen Woche gemischte Signale für die Märkte. Einerseits haben die wichtigste regionale Wirtschaft - Südafrika - sowie die angeschlagene amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres Wachstumsraten erzielt, die höher als erwartet lagen. Anderseits haben die enorm hohen Produzenten- und Verbraucherpreise am Kap gezeigt, wie stark der Inflationsdruck inzwischen geworden ist.

Die beiden wichtigsten Fragen, die sich für regionale Anleger gegenwärtig stellen, sind nach wie vor, ob der Zinszyklus und somit die Inflation vorläufig ihre Höhepunkte erreicht haben und wie es mit der Entwicklung der Rohstoffpreise weiter gehen wird. Dass die südafrikanische Zentralbank jüngst den Leitzins nicht erhöht hat, ist einigen Beobachtern zufolge ein Indiz dafür, dass der Zinszyklus möglicherweise seinen Zenit erreicht hat. Auch die Ankündigung, dass in dieser Woche die Spritpreise in Südafrika um 69 bis 78 Cents je Liter reduziert werden, gibt Grund zur Hoffnung, dass die Inflation möglicherweise eingedämmt werden kann. Sollten sich die Zinserwartungen der Marktteilnehmer weiterhin positiv entwickeln, könnte sich die Erholung bei den inflationssensiblen Bank-, Finanz-, Einzelhandels- und Industrietiteln fortsetzen. Viele von ihnen haben sich nach ihren herben Verlusten seit August 2007 inzwischen wieder etwas erholt, notieren aber immer noch weit unter den historischen Allzeithochs.

Dazu muss aber der wichtigste Inflationstreiber der Welt, nämlich der Ölpreis, mitspielen. An dieser Front gab es zuletzt schlechte Nachrichten. Die Ölpreise sind am Freitag angesichts des die US-Ölförderanlagen am Golf von Mexiko bedrohenden Hurrikans "Gustav" gestiegen. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober stieg auf 116,79 US-Dollar. "Der Ölmarkt steht weiter ganz im Zeichen von Tropensturm Gustav'", schreibt die deutsche Commerzbank. Der Ölpreis befinde sich jedoch angesichts der Nachrichtenlage weiter auf einem sehr niedrigen Niveau. Laut US-Wetterbehörden wird "Gustav" am Montagabend die Küste von Louisiana erreichen. Dort befindet sich ein Großteil der US-Öl- und Gasförderung. Bis dahin dürfte sich "Gustav" zu einem Wirbelsturm der Stärke 3 oder höher entwickelt haben. Damit wäre Gustav der stärkste Hurrikan seit "Katrina" und "Rita" vor drei Jahren. "Die Ölbohrinseln im Golf von Mexiko könnten einen härteren Schlag bekommen als bei 'Katrina', dem Sturm, der zur Überflutung von New Orleans geführt hat", hat die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag gemutmaßt. Zudem könnte der Konflikt des Westens mit Russland zu einer Angebotsverknappung führen, erwartet die Commerzbank (dpa).

Sollten diese Szenarien zu einer deutlichen (und zu erwartenden) Erhöhung des Ölpreises führen, werden auch die Börsen Schaden nehmen. Der US-Dollar dürfte wieder abwerten und die Rohstoffpreise im Allgemeinen zulegen. Die Preise für Agrarrohstoffe, Öl- und Industriemetalle haben in diesem Sommer den größten jemals registrierten Preisrutsch erlebt. In den 30 Tagen bis Mitte August sackte der breite Marktindex Standard & Poor's GSCI um 21 Prozent ab, nachdem er Anfang Juli ein Rekordhoch erreicht hatte.

Die wichtigsten US-Börsen sind am Freitag mit Verlusten in das verlängerte Wochenende (heute ist "Labour Day" in den USA) gegangen. Händler führten die allgemeine Kursschwäche vor allem darauf zurück, dass die persönlichen Einkommen im Juli überraschend deutlich zurückgegangen waren. Zudem habe vor dem Feiertag am Montag Zurückhaltung geherrscht.

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