01 Februar 2008 | Leserbriefe

Die Geschichte wiederholt sich

Es liegen Welten zwischen dem, was wir Afrikaner uns seit den 60er Jahren anhören mussten und dem, was wir nach und nach später erfuhren, schmerzhaft erlebten im täglichen Leben. Freiheit, Selbstbestimmung und Brot mit Butter, so klangen die Lieder, die Versprechungen. Dafür kämpfte Afrika, dafür blutete es, dafür wurde gestorben - auf allen Seiten.

Was wir hier aber erleben, ist nichts anderes als der Abbruch der Zivilisation, für deren späten Erhalt der Schwarzafrikaner mit der langen Kolonisation zahlen musste. Der Anschluss an die moderne Zeit kam nicht gratis, keineswegs. Dieser Anschluss ist die einzige Rechtfertigung für die von uns, auch den Afrikanern europäischer Abstammung, erfahrenen Leiden der verflossenen Zeit. Verschleudern wir diese junge moderne Zivilisation, litt jeder von uns allen umsonst, der einzig lachende Mitspieler ist dann der, der Afrika mit vollen Taschen in Richtung "alte Heimat" verlassen hat.

Wir, die jetzigen Afrikaner, erlebten alle Bevormundung, Angst und Grauen, Hunger, Krankheit und Elend. Wir alle haben Narben, insbesondere seelische Narben. Jetzt erleben wir die afrikaweite Ausbeutung unserer Rohstoffe in einem Stil, der schon als (negativ) grandios gesehen werden muss. Wir erleben den Zusammenbruch jeder echten Hoffnung, den Zusammenbruch an den Glauben an uns selbst. Ja, wir erleben sogar schon wieder Terror aus eigenen Reihen. Afrikas Geschichte wiederholt sich - jeder von uns ist mittendrin. Billigste Propaganda, billige Feindbilder, phantastische Schuldzuweisungen aus der Mottenkiste geholt: Soll das alles von der traurigen, täglichen erfahrenen Realität ablenken?

Peter Hager, Henties Bay

Anm. Der Red.: Der Leserbrief wurde gekürzt.

Gleiche Nachricht

 

Anders in Pretoria

vor 7 jahren - 02 Januar 2014 | Leserbriefe

Diese verbrecherische Nacht- und Nebelaktion geschichtsloser „Genossen“ wird dem Ansehen des Landes und seiner Regierung wie auch dem künftigen Tourismus noch schweren Schaden zufügen. Jetzt...

Save what is left of our heritage

vor 7 jahren - 21 August 2013 | Leserbriefe

We felt a sense of horror when we drove along one of our favourite old streets in Windhoek to find that two of the historical...

Stimmt das Geld?

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: Abzocke am Parkticketautomaten des Hosea-Kutako-Flughafens Nun versuchen wir, am Hosea-Kutako-Flughafen internationalen Standard zu erreichen, mit modernen Schranken und einem Automaten, an dem das Parkticket dann...

Manipulationsgefahr

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: „Namibia wählt in Zukunft per Knopfdruck“ (AZ, 5. Juli 2013) Mit Wahlcomputern ist keine ano­nyme und nachrechenbare Wahl möglich. Wenn auf einem Computer anonym gewählt...

Viagra statt Horn

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: Gewildertes Nashorn in Namibia und Schutz der Wildtiere Zuerst bin ich sicher, dass der Brief nicht veröffentlicht wird. Ich habe in Südafrika gelebt und Südwestafrika...

Bemerkenswert

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: Hilfe aus Namibia für Deutschland Liebe Redakteure der AZ in Windhoek, am 2. Juli 2013 habe ich in der Ausgabe der „Abendzeitung“ in München unter...

Tiefstpunkt erreicht

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: „Auftakt zu RTL-Show aus Namibia“ (AZ, 10. Juli 2013) RTL hat offensichtlich den Versuch unternommen, den Tiefstpunkt der Niveaulosigkeit zu ergründen. Das scheint mit dieser...

Von RTL-Show entsetzt

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: „Auftakt zu RTL-Show aus Namibia“ (AZ, 10. Juli 2013) Nach der Hälfte der ersten Folge der o.g. RTL-Sendung musste ich den Fernseher ausschalten; die anderen...

Cool Namibia

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Re: After Namibia visit: South Africa can get it right too End of June I flew to Windhoek to be a guest speaker at an awards...

Lass Hirn regnen

vor 7 jahren - 12 Juli 2013 | Leserbriefe

Betr.: „Auftakt zu RTL-Show aus Namibia“ (AZ, 10. Juli 2013) Himmel, lass Hirn regnen! Wer in Namibia hat Interesse an einer derart dekadenten, weder überbelastet durch...