10 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Die Erinnerung an Versprechen

Der Gouverneur der Erongo-Region, Cleophas Mutjavikua, meinte in der vergangenen Woche anlässlich seiner Rede zur „Lage der Region“, dass Namibier sich die Hand reichen und damit aufhören sollten, sich gegenseitig Schuld zuzuweisen. In einem Wahljahr sollen also seine vorigen, nicht-eingehaltenen Versprechen vergessen werden. Auch die Bandaufnahme soll vergessen werden, auf der dieser gewählte Politiker und ehemalige Gewerkschaftsboss einem Geschäftsvorstand einem Minenvorstand rät, wie man lästige Arbeiter loswird!

Gern erinnert er die Einwohner der Erongo-Region an die Übernahme der Areva-Entsalzungsanlage, die sich „auf Kurs“ befindet. Das Thema ist gerade wieder aktuell, weil der Region eine ernsthafte Wassernot droht - dem Wahlthema muss er vorausbleiben.

Die genannte Anschaffung ist noch nicht perfekt, da wird die „Erinnerung“ gleich auf das große Landwirtschaftsprojekt umgelenkt: der sogenannte „Erongo Coast to Omaruru Agricultural Development Corridor“ wird jetzt durch diese einzelne Entsalzungsanlage möglich. Demnach sollen entlang der Rohrleitung bis zu 300000 Hektar Farmland berieselt werden. Obstgärten, Dattelhaine und weitere große Plantagen sollen von der Küste bis nach Omaruru entstehen.

Namibia hat es nicht hinbekommen einen Neckartal-Damm fertigzustellen ohne dass er uns nahezu doppelt so viel kostet wie ursprünglich geplant. Außerdem wurde trotz der langen Bauzeit nie die Planung für Bewässerungs- und Pumpsysteme in Angriff genommen. Seinerzeit war der Eindruck entstanden, dass die Nama-Bevölkerung des Südens um diese Zeit längst wegen des Dammes auf ihren Kommunalfarmen würden Plantagen und Anpflanzungen unterhalten können, abgesehen von den weiteren sogenannten „Green Schemes“, die hatten entstehen sollen.

Es ist an der Zeit, dass die Politiker begreifen, dass Versprechen Hoffnung nähren. Wenn diese Hoffnung andauernd enttäuscht wird, verzeiht der Wähler dies auf Dauer nicht, das hat nichts mit Schuldzuweisung zu tun - man nennt das Realität!

Von Frank Steffen

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