23 Dezember 2016 | Politik

Deutsche Position bekräftigt

SPD-Spitzenpolitiker spricht in Namibia auch über Genozid-Dialog

Mit dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, war diese Woche ein hochrangiger deutscher Politiker und zudem Repräsentant der Regierungskoalition in Namibia. In den Gesprächen ging es auch um den Genozid-Dialog. Außerdem besuchte er diverse Firmen.

Von Stefan Fischer, Windhoek

Gestern teilte die deutsche Botschaft mit, dass SPD-Fraktionschef Oppermann von Montag bis Mittwoch zu Besuch in Namibia war. Hier habe er sich „ein Bild vom Stand der Regierungsgespräche zur Vergangenheitsbewältigung sowie zu den Wirtschafts- und Wissenschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern“ gemacht, heißt es.

Der bilaterale Genozid-Dialog über den Kolonialkrieg 1904-08 und dessen Folgen war ein zentrales Thema, dem Oppermann mit seinem Besuch die klare Position und Gewichtung des Themas durch die deutsche Regierung vermittelte. Diese ist bereit, die damaligen Ereignisse Völkermod zu nennen und sich zu entschuldigen. Außerdem wird über Förderungen der betroffenen Volksgruppen nachgedacht. In Windhoek hat es laut Botschaft ein Treffen mit Dr. Zedekia Ngavirue, dem namibischen Sondergesandten für den Genozid-Dialog, gegeben.

Überdies habe Oppermann die Parlamentsabgeordneten Ida Hoffmann (Vorsitzende des Nama-Genozid-Komitees) und Bernadus Swartbooi (vor kurzem geschasster Vizeminister für Landreform und ebenfalls Nama-Repräsentant) getroffen. Über den Inhalt der Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden, erkärte Ullrich Kinne, Ständiger Vertreter der deutschen Botschaft. Er habe den deutschen Gast begleitet, weil sich Botschafter Christian Schlaga im Urlaub befindet.

Ein von der Botschaft zur Verfügung gestelltes Foto zeigt Oppermann mit Hoffmann und Swartbooi auf der Terasse des Hilton-Hotels in Windhoek. Das Gespräch hat somit auf „neutralem Boden“ stattgefunden, offenbar um die Wiederholung eines Skandals zu vermeiden. Vor vier Wochen hatte es in den Räumen der deutschen Botschaft einen Eklat gegeben, als ein Gespräch mit einer Nama-Delegation unter Leitung von Ida Hoffmann außer Kontrolle geriet. Die Gäste haben die Räume wütend verlassen, weil der deutsche Sondervermittler, Ruprecht Polenz, einen Vergleich des Kolonialkrieges mit dem Holocaust im Dritten Reich abgelehnt hat. Im Anschluss behauptete Hoffmann, dass die Delegation vom Botschafter als Geiseln gehalten wurde und sie um ihr Leben fürchteten. Später forderten Nama- und Herero-Opferverbände die Absetzung des Botschafters und des deutschen Sondervermittlers (AZ berichtete).

Oppermann habe auch mit Magongora Kavihuha, Generalsekretär der Gewerkschaft TUCNA, gesprochen. Außerdem habe der deutsche Gast das Aviation Centre am Eros-Flughafen besucht, bei dem es sich um eine Investition der deutschen Rheinland Air handele. Die Strahlenteleskop-Anlage H.E.S.S. (High Energy Stereoscopic System) am Gamsberg im Khomas-Hochland, für die das Max-Planck-Institut federführend ist, historische Stätten in Windhoek und Swakopmund sowie der Hafen von Walvis Bay standen ebenfalls auf dem Besuchsprogramm des SPD-Politikers, hieß es.

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