12 März 2002 | Natur & Umwelt

Der "weißen Dame" nachstellen

Zwei junge Wissenschaftler stehen in den Dünen von Gobabeb am Kuiseb vor einem Rätsel. Klaus Birkhofer aus Deutschland und Thomas Noergaard aus Dänemark wollen in monatelanger Beobachtung dem inneren Kompass der weißen Dünenspinne - Dancing White Lady - auf die Spur kommen.

Die männliche weiße Spinne zeigt bei ihrer Jagd und bei der Suche nach einem anmutigen Weibchen ein Territorialverhalten, das die Wissenschaftler sich immer noch nicht erklären können. Um Beistand bei der Suche nach glaubwürdigen Antworten heranzuholen, hat der Gobabeber Ökologe Dr. Joh Henschel Signale aus der Wüste Namib in die Welt der Entomologen und der Spinnenforscher ausgesandt, worauf Birkhofer und Noergaard ihr Interesse anmeldeten.


Klaus Birkhofer geht vier Monale lang jeden Morgen um 6.30 Uhr auf die Dünen hinaus, um anhand der frischen Nachtspuren der Spinne die Größe ihres Territoriums und damit verwandtes Verhalten auszuwerten. Diese Arbeit hält ihn fünf Monate am Kuiseb fest, worauf noch drei Monate in Deutschland zur Fertigstellung einer Magisterarbeit folgen.


Thomas Noergaard will seit September 2001 das Geheimnis der nächtlichen Orientierung der männlichen Spinne ergründen. So macht sich das Insekt zum Beispiel in mondloser Nacht auf die Suche nach einem Weibchen und entfernt sich dabei mehrere hundert Meter im unbestimmten Zickzack-Kurs über unmarkierten Dünenflächen von seiner heimatlichen Erdröhre. Wird die männliche Spinne fündig, findet die Paarung statt, wonach der nächtliche Freier schnurstracks und gradlinig direkt zu seinem Nest zurückkehrt.


"Wie kriegt er das bloß ohne Landmarken fertig?", will Noergaard wissen. Zunächst hat er die männlichen Spuren gemessen, die Entfernung und die Richtung zum heimatlichen Nest aufgearbeitet. Zur Zeit weiß er soviel, dass die Spinne einige ihrer vier Augenpaare zur Jagd benutzt und andere zur Orientierung. Dazu hat er dem beobachteten Krabbeltier vorübergehend bestimmte Augenpaare zugeklebt.


Der Deutsche Akademische Austauschdienst, DAAD, und die Professoren der Universitäten Mainz und Zürch sind an diesem Forschungsauftrag beteiligt.

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