03 Juli 2020 | Landwirtschaft

Der Weg zur grünen Holzkohle

Eröffnung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums

In der Zeit der Dürre trug die Verarbeitung von Bio-Masse in Zusatzfutter oder Holzkohle zum Erhalt der namibischen Farmer bei. Indessen hat sich die Holzkohleherstellung zu einem starken Standbein der hiesigen Landwirtschaft entwickelt. Der Namibische Holzkohleverband und die GIZ setzen jetzt auf Qualitätsstandards.

Von Frank Steffen

Windhoek/Otjiwarongo

Im Jahr 2019 machten die Holzkohleexporte 17 Prozent der gesamten namibischen Agrarexporte aus, so der Namibische Holzkohleverband (Namibia Charcoal Association, NCA). Allein die eigenen Verbandsmitglieder produzierten im vergangenen Jahr 140000 Tonnen Holzkohle. „Diese Zahl wird wahrscheinlich 2020 steigen, da sich noch mehr Mitglieder bei uns eingetragen haben”, wird der NCA-Vorstandsvorsitzende, Isak Katali, in einer Pressemitteilung des NCA zitiert. Indessen soll Namibia insgesamt etwa 195000 Tonnen Holzkohle produziert haben.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (die GIZ arbeitet im Auftrag der Bundesregierung) und privaten Partnerschaften hat der NCA in der vergangenen Woche in Otjiwarongo ein Forschungs- und Entwicklungszentrum – das als „Charcoal Village“ – für die Holzkohleherstellung gegründet. In dem Zentrum sollen Holzkohlearbeiter und -Verarbeiter ausgebildet werden. Es soll ferner als Satellit für dezentralisierte Ausbildung sowie für Vorführungen und Pilotprojekte verwendet werden, wobei die Schwerpunkte auf Erntetechniken und Produktionsprozesse liegen. „Wir haben im vergangenen Jahr einen enormen Überschuss an Holzkohle verzeichnet, nachdem sich viele Produzenten infolge der schweren Dürre der Holzkohleproduktion zugewandt haben“, stellte Katali anlässlich der Einweihung des Zentrums fest.

Das erste Ausbildungsprogram für Kleinst-, Klein- und Mittelstandsunternehmen (KKMU) wird für Mitte Juli geplant. Holzkohleproduzenten sollen lernen mit neuen umweltfreundlichen Produktionstechniken umzugehen. Der Pilotphase sollen später weitere Schulungen für etwa 1000 Jugendliche folgen. Das geschieht im Einklang mit der Strategie des Ministeriums für Industrialisierung und Handel (MIT) mit dem Ziel, die Branche auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette zu verbessern. „Das MIT setzt sich für die Ökologisierung des Holzkohlensektors ein. Durch die Festlegung von Namibia-Standards soll den Produzenten ein günstiges Umfeld geschaffen werden“, erklärte Dr. Michael Humavindu, Vize-Staatssekretär im Handelsministerium.

Neue Verbrennungstechniken und die Gewinnung von Nebenprodukten sollen vorangetrieben werden. Innovationen wie die Rauchdestillationsanlage zur Ernte von Holzsäure und Teer sollen die Rentabilität verbessern (AZ berichtete). Das MIT will die Einrichtung eines Testlabors unterstützen, wo Produkte gemäß internationaler Standards geprüft werden können.

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