18 Dezember 2019 | Meinung & Kommentare

Der Täter ist männlich

Von den 4600 verurteilten Gefängnisinsassen in Namibia sind nur 3,2 Prozent Frauen. Die numerische Differenz ist gewaltig, aber nicht außergewöhnlich. Zum Vergleich: in Südafrika sind aktuell lediglich 2,6 Prozent der Häftlinge weiblich, in Deutschland sind es seit mehreren Jahren rund fünf Prozent, in den USA 7,3 Prozent (2015), in der Volksrepublik China 6,3 Prozent, in Russland rund acht Prozent und in Saudi Arabien waren es 2001 gerademal 5,7 Prozent. Genießen Frauen etwa eine juristische Sonderbehandlung? Fallen Männer einem strukturellen Sexismus zum Opfer?

Wohl kaum, denn selbst wenn von Frauen begangene Vergehen weniger hart bestraft und Aufmerksamkeit erhalten als die von Männern, erklärt das noch lange nicht das 1:20-Verhältnis. Außerdem sollte beachtet werden, dass weltweit die weibliche Gefängnispopulation von 2000 bis 2017 um über 50 Prozent gewachsen ist im Vergleich zu nur rund plus 20 Prozent bei Männern. Doch auch das Argument, dass die Geschlechterkluft unter Gefängnisinsassen auf die Rolle der unterdrückten Frau zurückzuführen sei, hat angesichts der weiblichen Emanzipation in der westlichen Welt wenig Bestand. So beträgt die weibliche Gefängnispopulation des Mittleren Ostens im Schnitt 6,4 Prozent im Vergleich zu vier bis fünf Prozent in Europa.

Vielmehr zeugen diese Statistiken von offenbar entscheidenden Unterschieden im Wesen der Frau und des Mannes, gerade was Charaktereigenschaften wie Aggressionspotenzial, Empathie, Fürsorglichkeit und Moral betrifft. Beispielsweise haben Studien beim weiblichen Geschlecht ein stärkeres Wertebewusstsein festgestellt als bei Männern. Ebenso scheint die Hemmschwelle der Frau in der Regel höher zu sein als die männliche. Und das zeigt sich auch bei der Differenzierung einzelner Strafbestände: So sind bei Gewaltdelikten die Täter meist männlich, und zwar unabhängig vom Alter, während es bei Bagatelldelikten im Kindesalter kaum geschlechterspezifische Unterschiede gibt.

Clemens von Alten

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