30 September 2015 | Sport

„Der Teamgeist war großartig“

AZ: Herr Pfeifer, sechste Afrika-Meisterschaft, sechs Medaillen für Namibia. Sind Sie zufrieden? D. Pfeifer: Ja, absolut. Es sieht besser aus als beim letzten Mal. Die Männer haben ihren Titel relativ souverän zurückholen können. AZ: Für Sie gab es im Einzel Silber. Zufrieden? D. Pfeifer: Absolut. Bei meiner ersten Teilnahme an den Afrika-Meisterschaften 2007 habe ich eine Bronze-Medaille holen können, danach die Podestplätze mit zwei vierten Rängen in 2009 und 2013 knapp verpasst. Mit der Silbermedaille habe ich nicht gerechnet, daher bin ich sehr zufrieden mit meinem Abschneiden. AZ: Wie fielen Namibias Bilanzen bei den Afrika-Meisterschaften in der Vergangenheit aus? D. Pfeifer: Die Herren haben bereits vier Kontinental-Titel geholt. 2005, 2007, 2009 und – nach der Absage der Afrika-Meisterschaft 2011 – dann in diesem Jahr. Die Damen haben ihre ersten Afrika-Meisterschaften 2013 gegen Kenia für sich entschieden. Nun, in Nairobi, hatte Kenia die Nase vorn. AZ: Die Vergleiche fanden in diesem Jahr in Nairobi statt. Wie waren die Bedingungen vor Ort? Eis wird es sicherlich nicht gegeben haben… D. Pfeifer: Die Bedingungen vor Ort waren nicht optimal. Wir haben auf dem Gelände der Universität gespielt – einem Teerboden, der relativ rau ist. Wir hatten uns schon vorher darauf eingestellt, dass es schwierig werden könnte. Dass wir bereits einen Tag vorher angereist sind, um uns mit der Spielfläche vertraut zu machen, hat sich gelohnt. Der Eisstock hatte häufig einen leichten Linksdrall. Aber mit Training konnten wir uns darauf einstellen. Außerdem konnte Kenia auf dem Belag seinen Heimvorteil nicht ausspielen, weil sie normalerweise auf einer anderen Spielfläche trainieren. AZ: Mit Gastgeber Kenia hat lediglich eine weitere Nation an der Afrika-Meisterschaft teilgenommen. Ist in absehbarer Zeit eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes in Sicht? D. Pfeifer: Vor allem die Kontakte, die wir nach Südafrika geknüpft haben, sollen ausgebaut werden. Ich selbst habe einen engen Draht zur dortigen deutsch-österreichischen Kommune. Mein Stellvertreter, Franz Feilmeier, hat ebenso Kontakt zu Eisstockinteressierten in Johannesburg aufgebaut. Das alles wird in Absprache mit Manfred Schäfer, dem Präsident des Internationalen Eisstockverbandes, passieren. Ägypten und Tunesien gehören ebenfalls dem Verband an, beide sind jedoch momentan nicht aktiv. AZ: Ex-Afrikameister Jessaya Mweshipopya ist im Einzel nur Siebter geworden. Wie erklären Sie sich das? D. Pfeifer: Wir haben im Team gespielt, da gab es keinen Ausfall. Natürlich kommt es im Sport immer auch auf die Tagesform an. Es war nicht sein Wettbewerb. Im Team hat Jessaya aber genauso überzeugt wie alle anderen . AZ: Wer war in der namibischen Auswahl eine positive Überraschung für Sie? D. Pfeifer: Der Teamgeist und der Zusammenhalt in der Mannschaft waren einfach großartig. Wir haben die Fehler des Einzelnen immer als Team ausgleichen können – das war für mich das Positivste im ganzen Turnier. AZ: Die Damen des Swakopmund FC haben erst vor gut einem Jahr mit dem Eisstockschießen begonnen. Nun stellen Sie die ganze Damen-Nationalmannschaft. Ist das beabsichtigt? D. Pfeifer: Teils, teils – ja. Zum einen haben zwei Spielerinnen aus Windhoek, die uns nach Nairobi begleiten sollten, aus privaten Gründen abgesagt. Zum anderen ist es so, dass wir, wenn wir die Möglichkeit haben, auf die Harmonie einer eingespielten Mannschaft setzen und keinen Fremdkörper im Team haben wollen. Dies gilt auch im Hinblick auf künftige Turniere – die Weltmeisterschaft im Februar 2016 etwa. Wo wird die stattfinden? D. Pfeifer: In der Arena Ritten, in Südtirol. Wir werden dort mit einer Damen- und Herrenmannschaft vertreten sein. Möglichweise auch mit einer Jugend- oder Junioren-Auswahl. AZ: Der Sport boomt vor allem beim SFC. Sehen Sie explizit dort weiteres Wachstumspotenzial, oder gibt es auch andere Vereine? D. Pfeifer: Der SFC ist ein zweites Standbein, eines in Windhoek, eines in Swakopmund. Gerade im Herrenbereich sind die Teams aus der Hauptstadt sehr wichtig für uns. In Windhoek befinden wir uns derzeit im Aufbau einer Jugendmannschaft. Am 10. Oktober wird dann die erste namibische Juniorenmeisterschaft in Keetmanshoop ausgespielt. In den nächsten zwei, drei Jahren erhoffen wir uns etwas im Nachwuchsbereich. Die jungen Spieler, das ist unsere Zukunft. AZ: Ist schon absehbar, wann und wo die nächste Afrika-Meisterschaft ausgetragen wird? D. Pfeifer: Auf Wunsch Kenias und Swakopmunds sieht es danach aus, dass die nächste Afrika-Meisterschaft – wenn nicht Südafrika dazwischenkommt – im August oder September 2017 voraussichtlich in Swakopmund stattfindet.

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