12 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Der Kampf ums Überleben

Die Existenz der wilden Pferde in Namibia steht auf der Kippe

Der Bestand der wilden Pferde im Süden des Landes ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. Auch aktuell steht es schlecht um sie; wenn nicht zeitnah drastische Maßnahmen ergriffen werden, befürchten Experten schon bald das Aussterben der Wildtiere.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Im Mai vergangenen Jahres waren es noch 160 Tiere, in Zeiten vor der Dürre fast doppelt so viele. Mittlerweile hat sich die Population der wilden Pferde jedoch auf 40 Stuten und 70 Hengste reduziert, teilte gestern die Lodge-Gruppe Gondwana Collection in einer schriftlichen Pressemeldung mit. Sie zeigt sich ebenso wie die eigens für den Schutz der Tiere gegründete Stiftung Namibia Wild Horses Foundation (NWHF) sehr besorgt um den Erhalt der Vierbeiner, die gemäß einer Analyse der Aktionsgruppe „Aus-Lüderitz Tourism & Business“ zu den zehn führenden Touristenattraktionen Namibias zählen.

Doch nicht die fehlende Nahrung aufgrund des ausbleibenden Regens sei eine Bedrohung, sondern auch die vermehrten Angriffe durch Tüpfelhyänen. So seien Wildarten wie Oryx und Springbock, die üblicherweise die Beute von Hyänen darstellen, nach den ersten Regenfällen 2017 Richtung Norden gewandert, so dass sich die Raubtiere vermehrt auf die Fohlen der wilden Pferde stürzten. Aus den genannten Gründen habe seit 2013 kein Fohlen mehr überlebt.

„Fast ein Viertel der Pferde ist aktuell in schlechter oder sehr schlechter Verfassung, die Hälfte ist in mittelmässiger Verfassung“, heißt es weiter in der Pressemitteilung, die auch deutlich aussagt: „Viele der geschwächten Pferde werden nicht durchhalten können.“ Nur durch die Futterspenden hätten die Tiere in den vergangenen zwei Jahren überleben können. Außerdem sei hinsichtlich der

Hyänen gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) ein Weg gefunden worden, der „den Druck enorm verringert“; Durch ausgelegtes Futter für die Raubtiere seien deutlich weniger Pferde getötet worden, wobei jedoch festgehalten werden müsse, dass es sich hierbei nur um eine kurzfristige Lösung handle.

Die Idee, ein Schutzgebiet für die wilden Pferde zu schaffen, scheitere jedoch an den finanziellen Möglichkeiten. Der Erwerb des Landes im Namib-Naukluft-Park auf der Garub-Ebene in der Umgebung von Aus, die das Zuhause der Huftiere darstellt, kostet laut Gondwana nahezu 35 Millionen N$ und ist damit für die Stiftung aktuell nicht zu bewerkstelligen.

Und so halten aktuell die Diskussionen zwischen der Aktionsgruppe, der Stiftung und dem Ministerium an, denn unverkennbar drängt die Zeit. „Ihr Zustand verschlechtert sich täglich“, heißt es, wobei ohne die zahlreichen Futterspenden der Bestand bereits unter die kritische Zahl gesunken wäre, die für das Fortbestehen der wilden Pferde notwendig ist.

Mehr zu der Arbeit der Stiftung ist unter www.wild-horses-namibia.com zu finden.

Gleiche Nachricht

 

Fischfluss-Canyon ist jetzt wieder frei von Müll

vor 1 tag - 20 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Insgesamt 37 Freiwillige haben in der letzten September-Woche den Fischfluss-Canyon von Unrat befreit. Dabei seien 82,5 Kilogramm Müll - Flaschen, Dosen, Plastik, Kleidung, Schuhe, Toilettenpapier...

Grundwasser wird gereinigt

vor 2 tagen - 18 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (fis) – Eine Pilotanlage zur Reinigung von Grundwasser soll in Grünau und Bethanien dafür sorgen, dass die dortigen Bewohner stets sauberes Trinkwasser haben. Wie...

Batterie-Sammelcontainer nun auch in Swakopmund

vor 4 tagen - 17 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Swakopmund (nic) – Nachdem Ende Juni die ersten Batterie-Sammelcontainer in Windhoek aufgestellt wurden (AZ berichtete), können jetzt auch Küstenbewohner ihre im Haushalt verwendeten Batterien fachgerecht...

Auszeichnung zum Schutz namibischer Bäume

vor 4 tagen - 17 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Auch in diesem Jahr wird die Botanische Gesellschaft in Namibia den „Baum-Preis” (Tree Award) vergeben. Diese Auszeichnung wird an Einzelpersonen, Organisationen, Schulen, Entwickler usw. ausgehändigt,...

Aktionsplan gegen Milzbrand

1 woche her - 13 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Babwata-Nationalpark (nic) - Das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) hat gestern Nachmittag einen Aktionsplan für das weitere Vorgehen im Hinblick auf den Milzbrand-Ausbruch im...

Niedlich, empfindlich, zäh und einzigartig - Lithops

1 woche her - 13 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Der Vogtländer Harald Jainta hat einen umfassenden Band über die ansprechende, aber schwierig zu haltende Pflanzenart herausgebracht, die er im natürlichen Biotop/Habitat in zwölf Regionen...

Umweltministerium wird aktiv

1 woche her - 12 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Bwabwata-Nationalpark (nic) – Als Reaktion auf den Ausbruch von Milzbrand bzw. das massenhafte Sterben von Tieren im Bwabwata-Nationalpark (Sambesi-Region) hat das Umweltministerium heute Nachmittag einen...

Der Kampf ums Überleben

1 woche her - 12 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, WindhoekIm Mai vergangenen Jahres waren es noch 160 Tiere, in Zeiten vor der Dürre fast doppelt so viele. Mittlerweile hat sich die...

Milzbrandverdacht bestätigt

1 woche her - 12 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, Windhoek/Bwabwata-Nationalpark Seit Anfang Oktober wurden im Bwabwata-Nationalpark 110 Flusspferd- sowie 20 Büffelkadaver gefunden. Die Zahl könnte aber höher liegen, da die letzte...

Bestand stark bedroht

1 woche her - 11 Oktober 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Aus (fis) – Vor der Dürre waren es mehr als 300 Tiere, im Mai vergangenen Jahres noch 160 und aktuell sind es 110 – der...