31 Juli 2013 | Wirtschaft

Der Handel hat eigene Gesetze

Namibische Produkte in namibische Regale – das fordert Wirtschaftsminister Calle Schlettwein und hat dazu den Dialog mit Händlern und Vertriebsunternehmen gesucht. Eine freiwillige Unternehmenscharta soll die Listung und den Verkauf namibischer Waren beflügeln, lautete eine Anregung von Schlettwein. Die Initiative ist zwar löblich, hat aber im Alltag von wenig Wert, weil sie am Bedarf und an den Bedingungen im Markt vorbeigeht. Zunächst klingt der Ruf nach namibischen Erzeugnissen in den Auslagen etwas abgegriffen, denn diese sind schon längst dort: Bier, Farbe, Fisch, Joghurt, Maismehl, Milch, Nudeln, Putz- und Reinigungsmittel, Saft, Seife, Sonnencreme, Schokolade, Wasser, Wurst, Zement und Zucker – diese und viele mehr Waren „Made in Namibia“ werden in kleinen und großen – wenn auch nicht allen – Geschäften angeboten. Wir kennen sie und kaufen sie – oder auch nicht, wenn wir bestimmte Gründe haben. Und genau da liegt der springende Punkt, denn der Handel hat eigene Gesetze. An erster Stelle steht dabei das Preis-Leistungs-Verhältnis. Stimmen Preis und Qualität, kommt das Produkt in den Einkaufswagen. Ist das Produkt teurer als andere oder überzeugt die Qualität nicht, wird in der Regel zur Konkurrenz gegriffen. In einem Land, in dem für einen Großteil der Bevölkerung das Armutsniveau sehr hoch und das verfügbare Einkommen sehr niedrig ist, kommt es auf jeden Dollar an. Da darf man keine Loyalität zu namibischen Produkten erwarten. Selbst den Deutschsprachigen – von der sozioökonomischen Stellung her ganz oben angesiedelt – fällt eine Kaufentscheidung am Regal aufgrund von Loyalität schwer. Für Qualität zahlt der eine oder andere sicher gern noch etwas mehr, aber bei gleichen Parametern kann/will niemand etwas verschenken. Indes sollte aus Schlettweins Feststellung, dass der Handel die hier gefertigten Produkte gar nicht kennt, kein Vorwurf für den Händler abgeleitet werden. In einem System der Marktwirtschaft, zu dem wir uns hier bekennen, ist es die Aufgabe des Herstellers, sein Produkt bekannt zu machen. Die Vermarktungsinitiative Team Namibia hilft dabei und sorgt unter anderem dafür, dass namibische Produkte in den Regalen als solche (leichter) zu erkennen sind. Darin liegt noch großer Nachholbedarf, ebenso in der Aufklärung von Verbrauchern über Unterschiede von Produkten – gern zum verkaufsfördernden Eigennutz für namibische Produkte. Die derzeitige Milchdebatte ist ein Paradebeispiel: Der Kunde hat die Wahl zwischen preiswerter Milch aus Südafrika, die von Kühen kommt, an die auch Futter mit Hormonen und Antibiotika gegeben wurde. Oder aber er zahlt für den Liter Milch aus Namibia 50 Prozent mehr und hat dafür keine Hormone und weniger Sorgen. Die Hersteller bleiben in der Pflicht, hinsichtlich Qualität und Preis konkurrenzfähige Waren zu produzieren – und diese auch bekannt zu machen.

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