24 Januar 2020 | Landwirtschaft

Der Dürre folgt der Kommandowurm

Zwei Spezies verursachen die meisten Schäden im zentralen Norden und Nordosten

Das namibische Landwirtschaftsministerium warnt vor der zunehmenden Raupen- und Wurmplage im Norden und Nordosten des Landes. Der Staat stellt den betroffenen Farmergemeinschaften kostenlos Pestizide zwecks Bekämpfung und Vorsorge zur Verfügung.

Von Frank Steffen

Windhoek

Das Ministerium für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft (MAWF) bestätigte gestern per Pressemitteilung die in den vergangenen Tagen zugenommenen Behauptungen, dass der Norden Namibias unter einer Wurmplage leidet. Die ersten Fälle seien in der Tat bereits am 6. Januar bei den Niederlassungen Sibbinda, Kongola, Ngoma, Bukalo, Itomba, Nsundwa, Kasheshe und Musanga in der Sambesi-Region gemeldet worden.

In der Mitteilung weist MAWF-Staatssekretär Misika ausdrücklich darauf hin, dass auch in den Regionen Oshana, Oshikoto und Omusati erste Fälle dieser Raupenplage gemeldet wurden.

In den genannten Gebieten befänden sich die angepflanzten Getreidearten sowie Weide und Gräser in verschiedenen Stadien der Entwicklung, wodurch sie für die Raupe des Schmetterlings Spodoptera frugiperda (Familie der Eulenfalter, bzw. Noctuidae) anfällig sind. Die Raupe steht in der englischen Sprache als „Fall Armyworm“ (Herbst-Heerwurm) bekannt und richtet große Schäden an Getreide an, in diesem Falle besonders am Mais und den üblichen Hirsearten, die im Norden gepflanzt werden. Dieser Falter stammt ursprünglich aus Amerika.

Aber auch die afrikanische Raupenvariante entwickelt sich in dieser Zeit zur Bedrohung. Es handelt sich um die Raupe des Schmetterlings Spodoptera exempta (ebenfalls Noctuidae), die im herkömmlichen Jargon auch als Kommandowurm oder African Armyworm bekannt steht. Durch eine hohe Massenvermehrung verursachen diese Falter große Schäden an der Weide. Sie beinhalten auch ein Gesundheitsrisiko für den Menschen

Der Staat hat laut Misika bereits damit begonnen, den von der Plage affektierten Kommunalfarmern und Gemeinschaften kostenlos Pestizide zur Verfügung zu stellen. Es liege aber auch an den Farmern und der Öffentlichkeit insgesamt, zeitig das Vorkommen dieser Würmer auf ihren Ländereien zu melden, damit das Ministerium rasch eingreifen kann.

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