25 November 2005 | Kommentar

Der Blick fürs Wesentliche

Der Staatsbesuch von Präsident Pohamba in Deutschland hat seine Schatten voraus geworfen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er wolle nächste Woche auch über Wiedergutmachung reden, wurde Pohamba gestern im NBC-Rundfunk zitiert. Ein unpopuläres Thema für Deutschland, wo man sich doch in der Vergangenheit mehrfach und ganz deutlich positioniert hat: Es wird keine Entschädigungszahlungen geben. Von dieser Devise rückt die Bundesrepublik nicht ab - und zeigt dem namibischen Präsidenten vorab schon mal die kalte Schulter.

Für die deutsche Seite gibt es freilich wichtigere Themen, die bei den Treffen in der nächsten Woche auf die Tagesordnung müssen. Landreform ist eines davon. Sowohl Bundespräsident Köhler als auch Kanzlerin Merkel und ihre CDU haben im Vorfeld des Staatsbesuchs ihre Meinung bekräftigt, dass sie an einer stabilen Situation in Namibia interessiert sind. Landreform dürfe nur auf rechtlicher Grundlage stattfinden, somit könne Namibia eine positive Ausstrahlung auf die Region haben. Die Fortsetzung der Entwicklungszusammenarbeit, die Versöhnungsinitiative sowie wirtschaftliche Beziehungen sind weitere Punkte, die schwerer wiegen als die Reparationsfrage. Für die Gespräche in der kommenden Woche muss der Blick fürs Wesentliche geschärft werden. Der Handlungsbedarf ist schließlich groß genug.

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