24 März 2016 | Leserpost

Den Anfang machen, sonst droht Verfall

Betr.: Der Irrsinn auf namibischen Straßen


Wieviele Menschen müssen noch daran glauben, bevor konsequent durchgegriffen wird? Es werden, wie üblich, Versprechungen gemacht, aber nichts passiert. Jeder dritte Verkehrsteilnehmer kennt die Verbotsschilder an den Straßen nicht, noch wissen sie, wie man sich anständig als Straßennutzer bzw. Autofahrer verhält.


Jedes dritte Fahrzeug ist nicht verkehrstauglich, es wird nur mit einem Scheinwerfer gefahren, es werden trotz Gesetzes keine Scheinwerfer angeschaltet, vor allem wenn es regnet oder es nebelig ist oder die Dunkelheit angebrochen ist. Die meisten Scheinwerfer sind falsch eingestellt. Es wird rücksichtslos auf Teufel komm heraus überholt, vor allem da, wo Überholverbot gilt.


Die großen Laster haben erhebliche Mängel, nur einen Scheinwerfer, Ladungen sind nicht richtig gesichert, sie halten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h bzw. 80 km/h. Die Lkw überholen andere Laster, welche sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, und bringen so andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Wie werden die Fernfahrer von ihrer Firma instruiert? Gar nicht? Ich appelliere an die Eigentümer der großen Lastzüge!


Die Verkehrspolizei greift nicht genügend ein, vor allem an den Kontrollpunkten. Sie steht am Straßenrand und werkelt auf dem Handy herum oder liest die Tageszeitung, ist ja viel wichtiger. Sie wissen es scheinbar nicht besser oder es stört sie gar nicht, wenn einer mit einem verkehrsuntauglichen Fahrzeug die Kontrolle passiert.


Wie lange wird es so noch weitergehen? Höhere Bußgelder haben auch nichts gebracht! Ist ein Menschenleben wirklich nichts mehr wert? Das ist nicht die einzige Frage, die da zutrifft, wo nicht durchgegriffen wird. Es gibt noch die Wilderei, die andauernden Raubüberfälle auf alte wehrlose Menschen in den Städten als auch auf Farmen, die Verschwenderei, die Müllentsorgung und und und.


Die Einwohner wie die Regierung vergessen, dass all dies dazu führt, ein Land in Grund und Boden zu wirtschaften. Warum muss es erst so weit kommen? Wie lange werden die Augen der Regierung noch vor diesen Tatsachen geschlossen bleiben; wenn es wiedermal zu spät ist!


Jeder könnte dazu beitragen, dass es nicht so weit kommen braucht, aber es ist schon so, dass man sich selber sagt oder fragt: Warum soll ich den Anfang machen? Es hört doch keiner hin oder zu. Es wird in einen Dornröschenschlaf verfallen und wenn man wieder wach wird, ist nur noch der Verfall zu sehen und dann werden die Augen ganz groß: Oh, wie konnte das passieren?! Es ist ein Jammer um dieses schöne Land.


G.I. Friedel-Maraun, Windhoek

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