16 November 2020 | Polizei & Gericht

Demonstrationen in Windhoek und Katima Mulilo

Protestler fordern Abschaffung des Schießbefehls in Botswana – Leichen nach Namibia überführt

Protestler gehen am Freitag in Windhoek und Katima Mulilo auf die Straßen und fordern Gerechtigkeit für die vier Männer, die kürzlich von botswanischen Streitkräften (BDF) erschossen wurden. Botswanas Regierung gerät weiter unter Druck, ihren Schießbefehl auf Wilderer aufzuheben.

Von Steffi Balzar und Nampa, Katima Mulilo/Windhoek

Große Gruppen von Demonstranten versammelten sich am Freitag in Windhoek und Katima Mulilo, um gegen die Tötung dreier namibischer Brüder und ihres sambischen Cousins durch die BDF am 5. November in der Nähe von Kasane zu protestieren. Der Pressesprecher des Präsidialamtes, Dr. Alfredo Hengari, hatte die geplanten Demonstrationen am Donnerstag noch als „sinnlos und fehl am Platz” beschrieben, da sich der namibische Präsident bereits mit der Angelegenheit beschäftige (AZ berichtete).

Die Brüder Tom Nchindo, Wamunyima Nchindo und Martin Nchindo sowie ihr Cousin Sinvula Munyeme, sollen in Botswana gewildert haben, als die BDF sie erschoss. Die Familie der Opfer bestreitet dies jedoch und gibt an, dass die Männer zum Zeitpunkt des Vorfalls fischten und dass sie keine Waffen, sondern Kanus und Fischernetze dabei hatten. (AZ berichtete). In Botswana gilt nach wie vor ein Schießbefehl, laut dem das Militär scharf auf Wilderer schießen darf, und zwar mit dem Ziel, solche Personen zu töten.

Handeln gefordert

Die Protestler in Windhoek marschierten von der Innenstadt entlang der Independence Avenue zum Büro des botswanischen Hochkommissariats, um eine Petition an den Hochkommissar Botswanas in Namibia, Batlang Comma Serema, zu übergeben. Darin forderte die Gruppe, dass der botswanische Präsident, Mokgweetsi Masisi mit sofortiger Wirkung eine bedingungslose öffentliche Entschuldigung in Bezug auf den Vorfall ausspricht.

Die Gruppe behauptete, dass die BDF internationale Schutz-Protokolle unschuldiger und unbewaffneter Zivilisten missachtet habe, und das zu einer Zeit, in der Präsident Masisi das Sicherheitsorgan der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) leitet. Botswana solle daher seine „shoot to kill“- Politik abschaffen.

„Wir fordern zudem den Abschluss der gemeinsamen Untersuchung des Vorfalls, innerhalb der nächsten zehn Tage, da die Autopsie der Leichen heute in Botswana durchgeführt werden soll“, sagte Joseph Masule, Sprecher der Gruppe. Sollten die Forderungen nicht innerhalb der gesetzten Frist erfüllt werden, „bleibt uns keine andere Wahl, als unseren Protest und unsere Forderungen auf ein weiteres, unerfreuliches Niveau zu heben“, so Masule.

Der namibische Polizeichef, General-Leutnant Sebastian Ndeitunga, gab indessen an, dass am heutigen Montag ein weiteres Team namibischer Beamten zur gemeinsamen Untersuchung des Vorfalls nach Botswana reisen soll. Am vergangenen Mittwoch seien bereits drei Ermittler in das Nachbarland gereist. „Wir müssen die Gesetze respektieren, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Wir fordern unsere Bürger auf, die Grenzen nur an offiziellen Grenzübergängen zu überqueren“, betonte er ferner.

Rückführung der Leichen

In Katima Mulilo marschierten Demonstranten am Freitag unterdessen zum Sitz des Regionalrats der Sambesi-Region, wo sie eine Petition abgaben, in der sie die sofortige Überführung der Leichen nach Namibia forderten. Zudem solle die botswanische Regierung den Hinterbliebenen eine Entschädigung zahlen, da die getöteten Männer die Hauptversorger der Familie gewesen seien.

Die sterblichen Überreste der Männer wurden am Samstagnachmittag zurück nach Namibia gebracht. Zahlreiche Bewohner der Sambesi-Region wohnten der Überführung der Leichen am Ngoma Grenzposten bei. Sambesi-Gouverneur Alufeu Sampofu, Fischereiminister Albert Kawana und andere führende Persönlichkeiten waren Medienberichten ebenfalls anwesend.

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