08 Februar 2016 | Lokales

Demo gegen Wasserentnahme

Uranbergwerke in der Erongo-Region sollen das für den Betrieb erforderliche Wasser nur von der Entsalzungsanlage bekommen. Diese Forderung haben etwa 50 Personen am vergangenen Freitag während eines Prostestmarschs durch Swakopmund lautstark zum Ausruck gebracht. Von Erwin Leuschner, Swakopmund Mit dem Schlachtenruf „Kein Wasser, nein”, speziell angefertigen T-Shirts und Postern mit entsprechenden Aufschriften sind viele Kleinsiedler und sonstige Mitstreiter am Freitag durch Swakopmund marschiert. Die Forderung ist einfach: Alle Minen sollen Wasser nur von der Entsalzungsanlage bekommen. Die Wasserentnahme aus dem Swakop-Rivier soll für Minen grundsätzlich verboten werden. Die Debatte zu diesem Thema hat die Farmerin Alessandra Tanzy angeschoben, die auf der Kleinsiedlung Palmenhorst wohnt. Ausschlaggebend dafür war ein neues Bohrloch im Swakop-Rivier, für das die Firma Swakop Uranium verantwortlich ist. Dafür hatte Swakop Uranium allerdings eine Genehmigung vom zuständigen Ministerium bekommen (AZ berichtete). Obwohl Swakop Uranium beteuert, bis dato noch kein Wasser gepumpt zu haben und dies nur während des Aufbaus der Mine, der bis Jahresende andauern soll, machen werde, bangen die Kleinsiedler um ihre Existenz. Tanzy behauptet zum Beispiel, dass der Wasserstand in ihrem Bohrloch in den vergangenen Woche deutlich gefallen sei. Sie halte Swakop Uranium dafür verantwortlich. Außerdem will Tanzy mindestens zwei weitere Bohrlöcher von Swakop Uranium im Rivier entdeckt haben. Unter den Protestlern am Freitag waren hauptsächlich Farmer aus dem Rivier. Es waren auch viele Jugendliche dabei. Auf den angefertigten T-Shirts hieß es „Kein Grundwasser für den Bergbau” (No Ground Water for Mining). Auf den Plakaten war die Botschaft ebenfalls deutlich: „Minen! Nutzt entsalztes Wasser!” Mit der Anzahl Teilnehmer war Tanzy zufrieden. Die Personen starteten auf dem Parkplatz unterhalb des Café Anton und marschierten dann die Sam-Nujoma-Avenue entlang bis zur Moses-Garoeb-Straße. Ein kreativer Protestler hat seine eigenen Plakate angefertigt. Darauf hieß es jeweils: „Namibische Umwelt wird für Chinas Ruhm geopfert (Namibias Environment sacrificed for Chinas Glory)” und dann Deutsch „Zum Teufel mit Uranbau”. „Wir wollen uns zu diesem Thema nicht äußern”, sagte Dr. Gabi Schneider, Leiterin des Namibischen Uranistitus (NUI) beim Start. Sie hat das Spektakel lediglich beobachtet. Auch Repräsentanten anderer Uranminen, wie zum Beispiel Areva und Bannerman, haben neugierig zugeschaut. Seit Beginn dieser kontroversen Angelegenheit vor wenigen Wochen sind auch andere Bergwerke ins Rampenlicht gerückt. Inzwischen wurde auf dem sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe „Stand up for Namibia” gegründet, auf der es regelmäßig Neuigkeiten über Entsalzung, Bergbau oder die Wasserfrage zu lesen gibt. Die Seite hat auch in kürzester Zeit viel Zuspruch bekommen und verzeichnete gestern mehr als 2000 „likes”.

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