06 November 2019 | Meinung & Kommentare

Das Zünglein an der Waage

Die „Baby Boomers“ stammen aus den Jahren 1946 bis 1964, die Generation X wurde zwischen 1965 und 1980 geboren, die „Millenials“ (auch Generation Y) fallen in die Zeit 1981 bis 1996, und Generation Z ist seit 1997 im Gespräch.

Laut der namibischen Wahlkommission gehört eine Zahl von 403106 Wählern zu den sogenannten „Free-Borns“ (nach der Unabhängigkeit im März 1990 geboren). Eine Portion davon wird zur Generation Y (Gen-Y) gehören, aber die Mehrheit sollte theoretisch zur Generation Z (Gen-Z) gehören.

Die Gen-Y wird in vielen Hinsichten der englischen Fragestellung „Why?“ gerecht. Sie hinterfragt vieles und versucht sinnerfüllende Arbeit und Freizeit mit einem hohen Maß an sozialer Sicherheit zu verbinden. Gen-Z ist indessen in einer Zeit aufgewachsen, in der Veränderungen die einzige Konstante sind. Digital-durchgreift sehen sich diese Jugendlichen ständig neuen Herausforderungen ausgesetzt. Sie sind Zeitzeugen gewaltiger Umwälzungen, die all zu oft in Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit entarten.

Wahlleiter Theo Mujoro sprach von nur 8623 „Millenials“, die sich als Neuwähler registriert haben. Er wird wohl Gen-Z gemeint haben - Wähler, die nach 1997 geboren wurden. Also diejenigen, die um die Jahrhundertwende geboren wurden und nun im Jahre 2019 zum ersten Mal wählen wollen/sollen.

Diese niedrige Zahl ist erschreckend, deutet sie doch darauf hin, dass diese nachrückende Generation sich im Stich gelassen fühlt - den Glauben an- und das Vertrauen zu den namibischen Politikern verloren hat. Die Wahl wird zeigen inwiefern Gen-Y sich ähnlich verraten fühlt und sich während der Wahl an einer politischen Elite rächt, die als Altmänner- und Frauenverein die politische Macht an sich reißen und keine jüngeren, nachrückenden Kräfte in ihre Kandidatenlisten aufgenommen haben.

Wenn sich nahezu ein Drittel der Gesamtwählerschaft in Höhe von 1,36 Millionen tatsächlich gegen diese Elite auflehnt, dann droht dem parlamentarischen Seniorenheim eine böse Überraschung.

Frank Steffen

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