28 Juli 2003 | Kommentar

Das Recht ist für die anderen

Die jüngste Studie des britischen Anthropologen James Suzman über Minderheiten im unabhängigen Namibia hat das Informationsministerium als Fehlinterpretation eines Ausländers, der "ethnische Spannungen schüren" will, zurückgewiesen.

Dabei zeigen Vorfälle wie die kürzliche Gewaltanwendung gegen San im Buschmannland-West und die darauf folgende Untätigkeit der Polizei einmal mehr, wie die Realität aussieht: Die San sind ein unterdrücktes Volk, und die Regierung schert das scheinbar wenig.


Es hat den Anschein, als ob im Buschmannland jeder tun und lassen kann, was er will, nur eben die San selbst nicht. Laut den Berichten von Wimsa und anderen Augenzeugen sind die zuständigen Behörden in der Region durchsetzt mit korrupten Elementen, die alle ihre eigenen Interessen schützen wollen. Da wundert es nicht, wenn die !Kung-Buschleute, wie Wimsa-Koordinator Axel Thoma sie zitiert, meinen: "Das Recht - das ist für die anderen da, nicht aber für uns!"


Die Regierung kann Studien wie die von Suzman nicht länger als nichtig abtun. Irgendwann müssen den leeren Worten endlich einmal Taten folgen.

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