29 Juni 2019 | Sport

Das Heimspiel des Ex-Branchenführers

Red Bulls ungestillte Sehnsucht

Es war einmal. Die ganz großen Erfolgszeiten von Red Bull endeten mit der Titelserie von Sebastian Vettel. Der Angriff auf Mercedes bleibt ein Dauerversuch. Die Siegchancen auf dem Red Bull Ring? Eher gering.

Spielberg (dpa) - Saftige grüne Wiesen machen diesen Rote Bullen nicht satt. Vier Jahre dominierte Red Bull Racing die Formel 1. Vier Jahre nacheinander von 2010 bis einschließlich 2013 gewann das Team des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz die Fahrer-Weltmeisterschaft und die Konstrukteursweltmeisterschaft. Es waren die Titeljahre von Sebastian Vettel.
Die einstige Partnerschaft mit Erfolgsgarantie ist längst Geschichte. Titel sind seitdem sowohl für Vettel bei Ferrari als auch für Red Bull ein Daueranliegen für die Zukunft. Die Gegenwart ist ernüchternd. Selbst wenn zum Heimspiel an den Grand-Prix-Tagen in der Steiermark 200 000 Zuschauer erwartet werden und die Kulisse kaum schöner sein könnte.
Seit 2014 darf Red Bull sein Heimspiel zelebrieren. Dank Mateschitz-Millionen wurde der ehemalige A1-Ring aufwendig modernisiert. Die Zukunft ist allerdings offen: Der „Kleine Zeitung“ zufolge macht der Kurs „fast jährlich“ einen Verlust von 30 Millionen Euro. Daran würde auch ein Sieg von Red Bull an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) kaum etwas ändern.
Auf die Frage, wie groß denn die Chance sei, seinen Heimerfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen, antwortete der ansonsten recht forsche Max Verstappen aus den Niederlanden zudem: „Hm, nicht so groß, denke ich. Es ist ein bisschen schwierig. Wir brauchen ein wenig Glück.“
Glück wie es Verstappen auch vor einem Jahr hatte, weil beide Mercedes ausfielen, ist kein zuverlässiger Erfolgsfaktor. Ebenso wenig das Wetter, auf das Red Bulls Motorsportberater im Kampf gegen den seit 2014 tonangebenden Branchenführer Mercedes mit Champion Lewis Hamilton und Ferrari setzt. „Aus eigener Kraft können wir es nicht gewinnen, aber es gibt Umstände wie diese unglaubliche Temperatur“, sagte Helmut Marko. Der 76-Jährige bildet mit Teamchef Christian Horner (45) das Führungsduo des Teams.
59 Siege feierte Red Bull unter ihrer Leitung seit dem Einstieg zur Saison 2005. 163 Podiumsplätze waren es insgesamt, dazu kommen 60 Pole Positionen. Die meisten fielen in die Titel-Ära. 2014 gelangen Daniel Ricciardo drei Siege, Vettel ging vor seinem Wechsel zu Ferrari leer aus. 2015: kein Red- Bull-Sieg. 2016: Ein Sieg von Verstappen, einer von Ricciardo. 2017: Zwei Siege Verstappen, ein Sieg Ricciardo. 2018: Zwei Siege Verstappen, zwei Siege Ricciardo.
Nur ein bisschen mitspielen entspricht aber nicht dem Anspruch von Red Bull. Dritte Kraft hinter Mercedes und Ferrari ist keine zufriedenstellende Option. Nach den ausbleibenden Erfolgen kündigte das Team die einst so erfolgreiche Partnerschaft mit Motorlieferant Renault auf - begleitet von reichlich scharfer und öffentlicher Red-Bull-Kritik an den Franzosen.
In diesem Jahr fährt das Team mit Antrieben von Honda. Ein Sieg gelang noch nicht. „Wir versuchen jetzt, mit unseren japanischen Partnern ein bisserl mehr Risiko einzugehen. Das ist halt schwierig, die haben eine andere Kultur, eine andere Denkungsweise“, meinte Marko. Druck macht Marko gern. Auch Verstappens Kollegen Pierre Gasly, der vor dieser Saison vom Schwesterteam Toro Rosso kam und Ricciardo ersetzte, der wiederum zu Renault wechselte, bekam das nun vor dem Heimrennen noch mal zu spüren.
Nichts von Idylle grasender Kühe auf saftigen grünen Wiesen, umrahmt von Bergen - sondern nackte Zahlen und eine deutliche Abrechnung. 37 Punkte holte der 23 Jahre alte Franzose Gasly bis zum neunten Saisonrennen, Verstappen steht bei 100. Gaslys Rückstand sei „nicht zu akzeptieren“, meinte Marko. Die Lücke von Red Bull auf Mercedes auf weitere Dauer allerdings sicher auch nicht. (Foto: dpa)

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