28 Dezember 2018 | Kommunikation

Das All als letzte Front

Dr. van Zyl gibt Lagebericht zur InSight-Marslandung

In den Vorweihnachtstagen hielt der gebürtige Namibier und renommierte Mars-Forscher Dr. Japie van Zyl erneut Vorträge in den Küstenorten Walvis Bay und Swakopmund. Er erklärte die Ziele der InSight-Mission zum Mars und sprach über die Absicht weitere Forschungssonden zu entsenden.

Von L. Louw & F. Steffen, Windhoek

Als einer der Senior-Direktoren der zivilen US-Bundesbehörde bekannt als Nationale Aeronautik- und Raumfahrtbehörde (NASA), hat der gebürtige Namibier Dr Jakob (Japie) van Zyl, maßgeblich zur Erforschung des Erdnachbarn Mars beigetragen. Van Zyl ist Direktor für die NASA-Abteilung „Solar System Exploration” (Teil des sogenannten „Jet Propulsion Laboratory” - Antriebsentwicklung) und eng in die InSight-Mission eingebunden, die gerade unlängst die Welt den Atem anhalten ließ, als die neuste Sonde auf dem Planeten Mars landete.

„Wir senden weitere Sonden mit neuer Ausrüstung zum Mars, denn es gibt noch vieles zu ergründen. Diesmal ist ein kleiner Hubschrauber mit dabei“, gab van Zyl bekannt und meint damit eine kleine elektronisch gesteuerte Drohne, die er entgegen dem ursprünglichen Ziel weiterentwickelt hatte, damit sie nicht zum Einwegwerkzeug wird, sondern längere Erkundungen ausführen kann auf einem Planeten, der sich nicht optimal für solar-geladenen Kleininstrumente eignet, zum Nachteil einer Nachhaltigkeit.

Die derzeitige Mars-Mission InSight befasst sich mit einer detaillierten Ergründung des Untergrunds dieses Planeten, wodurch weiterer Aufschluss über dessen Entstehungsgeschichte gewonnen werden soll und Parallelen zur Entstehung anderer Planeten und von Sonnensystemen überhaupt erschlossen werden können. „Der ‚Rover‘ der ersten Marssonde im Jahre 2004 sollte nur 90 Tage fahrtüchtig bleiben, doch bekamen wir noch bis unlängst Information von diesem Vehikel (es ging letztendlich durch einen mächtigen Sandsturm verloren), dass im Jahr 2012 von einem wandelnden Labor in Größe eines Mini Coopers, bekannt als ‚Curiosity‘ abgelöst wurde. Curiosity fand Hämatit und somit gab es den wissenschaftlichen Beweis des Vorhandenseins von Feuchtigkeit“, berichtete van Zyl. Hämatit ist auch als Blutstein oder Eisenglanz bekannt und ist die die häufigste natürlich auftretende Abwandlung des Eisenoxids - ein Mineral aus der Klasse der Oxide und Hydroxide.

Der sogenannte Gale-Krater habe dabei riesige ehemalige Flussläufe offenbart. Mittlerweile sei die im Untergrund vorhandene Feuchtigkeit erfolgreich auf seine Verträglichkeit für Menschen geprüft worden. Zwar sei der Boden Mikroben-verträglich, doch sei bisher keine Lebensform gefunden worden. Als namibischer Mitarbeiter gab der Forscher auch stolz bekannt, dass ein Teil der Dünen des Planeten sogar als „Namib-Dünen“ bekannt stünden, während es auch ein „Gobabeb“ und ein „Naukluft-Plateau“ gebe, die alle bewusst namibisch-stämmige Namen bekamen.

Die InSight-Sonde wurde auf ihrer Reise - und wird immer noch - von zwei Satelliten begleitet, die allerdings wegen ihrer Größe (30cm x 20cm x 10 cm) nicht selbst landen können, sondern lediglich als Wegbegleiter eingespannt sind. Mittlerweile habe InSight das erste Seismometer installiert, nachdem es im November 2018 unter der 19-jährigen Leitung des Forschers und Missionsleiters Dr. William (Bruce) Banerdt gelandet war.

Der Auftrag an InSight sei bereits am 18. Dezember ergangen, doch erst am 19. Dezember streckte das Fahrzeug seinen Roboterarm maximal auf die Länge von 1,636 Meter aus um den Seismographen an die vorher ergründete, geeignete Stelle zu pflanzen. Das Instrument wird alle Mars-Beben messen und durch Interpretation verschiedene Massen und Schichten für eine weitere Erforschung festhalten.

Ein weiterer „Rover“ und der bereits genannte „Helikopter“ sollen im Jahre 2020 zum Mars geschickt werden und diese sollen sich mit der Suche nach Fossilien und Leben auf dem Mars befassen. Die Landung soll dann viel gezielter ausgeführt werden, damit die Einsatzfahrzeuge ihre Erkundungen vornehmen können ohne ihre gespeicherte Kraft an aufwendigen Anfahrten zu verschwenden. Wenn der erste Flug der Drohne nur 90 Sekunden dauern soll, soll er danach zunehmende Distanzen von „einigen hunderten Metern“ anpacken.

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