08 Juni 2018 | Kommunikation

Cybersicherheit rückt in Fokus

Mobilfunk-Neueinsteiger MTN widmet sich Datenschutz und Risiken

Die Regierung hat sich dem Thema Cybersicherheit angenommen und auch im Privatsektor wächst das Bewusstsein in diesem Bereich. Denn während Dienstleister auf dem Gebiet eine Marklücke erkennen, sorgen sich die Verbraucher zunehmend um die Sicherheit ihrer Daten.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Der in Afrika fast omnipräsente Kommunikationsanbieter, MTN Group, steht vor seinem großen Einstieg in den namibischen Markt. Den eigenen Plänen entsprechend hat das Unternehmen hierzulande die Datensicherheit in den Mittelpunkt gerückt und dazu gestern in Windhoek ein Seminar für speziell das Kleingewerbe veranstaltet. „Insgesamt zählen unsere Netzwerke 257 Millionen Anschlüsse und bei so vielen Kunden ist Cybersicherheit ein wichtiges Thema“, erklärte der Geschäftsführer von MTN Namibia, Elia Tsouros, in seiner Willkommensrede.

MTN mischt Markt auf

MTN Namibia bereite derzeit ihr namibisches Mobilfunkangebot vor, nachdem Mitte vergangenen Jahres bekannt wurde, dass ein hiesiges Unternehmen, Profile Investments, sich zu 30 Prozent bei der Firma eingekauft hat. „Zurzeit sind wir noch ein recht kleiner Betrieb, doch das wird sich ändern“, so Tsouros. So habe sich MTN mit dem Festnetzbetreiber Telecom Namibia geeinigt, dessen Infrastruktur nutzen zu dürfen. „Und angesichts möglicher Netzwerk-Schwachstellen steht die Sicherheit oben auf der Agenda der hiesigen Regierung. Daher glaube ich, dass das heutige Seminar eine wichtige Veranstaltung ist, bei der wir unserer Konkurrenz hier im Land zuvorgekommen sind – zumal wir auch beabsichtigen, in den Bereich der Finanzdienstleistungen einzusteigen“, sagte Tsouros.

Sicherheit im Fokus

Im Rahmen der Präsentationen kam auch ein unlängst von den Buchprüfern Deloitte vorgestellter Bericht zu Sprache, der die Cybersicherheit in Namibia unter die Lupe nimmt. Der Anstoß für die Untersuchung stamme von dem fortlaufenden Versuch der Landesführung, eine angemessene Gesetzgebung zu entwerfen. Der Bericht zeigt, dass es hierzulande an Risikobewusstsein mangele, auch wenn die insgesamt 23 von Deloitte befragten Firmen mit dem Thema vertraut seien. In vielen Führungsebenen werde Datensicherheit als reine IT-Angelegenheit angesehen und somit vernachlässigt, anstatt dass das Thema auf höchster Ebene und in der Strategie langfristig berücksichtigt werde. Zudem mangele es generell an Erfahrung und Fachwissen.

Von den im Rahmen der Studie befragten Firmen sorgen sich viele um vor allem Ruf- und Vertrauensschädigung sowie finanzielle Verluste. Weitere Risikobereiche seien Marktverluste, Unterbrechungen von Lieferketten, Diebstahl geistigen Eigentums sowie vertraulicher Informationen und Bußgelder bzw. Rechtsverfahren. Deloitte zufolge haben 26 Prozent der befragten Firmen angegeben, einen „Cyber-Zwischenfall“ mit anschließenden „Ausfällen“ erlebt zu haben. Ferner hätten 83 Prozent Angriffe sogenannter Schadsoftware registriert.

Friedelien Brockerhoff, die für die gesamte MTN-Gruppe an Sicherheitskonzepten führend mitwirkt, lieferte den Teilnehmer einen Einstieg das Thema. Die Fachfrau auf dem Gebiet Datensicherheit wurde in Namibia geboren, hat eigenen Angaben zufolge an dem ehemaligen Polytechnic of Namibia (heute Namibia University of Science and Technology, NUST) studiert und war in Kenia, Swasiland und Nigeria tätig. Ihrer Präsentation ging ein von dem US-Konzern Cisco Systems produzierter Kurzfilm voraus, der das enorme Risiko illustrierte.

Der Spot erzählt einen hypothetischen Fall, bei dem ein Hacker über soziale Medien die Identitäten zahlreicher Ingenieure einer Technikfirma ausfindig macht. Anschließend verschafft er sich über eine harmlos wirkende Hintertür Zugang zu deren Rechnern und dann zum gesamten Netzwerk des Unternehmens. Dabei stößt der Cyberkriminelle auf streng vertrauliche Firmengeheimnisse, die er im hartumkämpften Markt zu Geld machen kann. Also kopiert der Internetbandit sämtliche Informationen, löscht die originalen Daten, verwischt seine Spuren und verkauft das hochsensitive Material anonym im Internet.

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