29 Mai 2020 | Gesundheit

Corona-Krise spaltet Namibia

Walvis Bay bleibt von landesweiten Lockerungen ausgeschlossen

Das Corona-Virus hat Namibia zweigeteilt. Während sich ein Großteil der Bevölkerung auf die am Dienstag in Kraft tretenden Lockerungen freuen kann, werden die Einwohner von Walvis Bay ab dann wieder unter einem kompletten Lockdown, samt damit verbundener Reise- und Ausgangsbeschränkungen, verkehren.

Von Marc Springer

Windhoek

Die Lockerungen, die eine 76 Tage andauernde Phase erheblicher Einschränkungen des öffentlichen Lebens teilweise beenden, werden für einen Zeitraum von 28 Tagen gelten und im Idealfall am 29. Juni in das von Präsident Hage Geingob als „neue Normalität“ bezeichnete Stadium 4 münden, in dem die bis dahin noch gelten­den Auflagen aufgehoben werden sollen.

Für die Einwohner von Walvis Bay ist dieses Ziel gestern durch eine Ankündigung von Geingob in weite Ferne gerückt, wonach die Hafenstadt aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens dort ab Dienstag wieder für vorläufig 7 Tage in den Zustand des vollen Lockdown zurückgestuft wird. Diesen Rückfall begründete Gesundheitsminister Kalumbi Shangula mit den beiden zuletzt dort aufgetretenen Corona-Fällen und ihren bisher nicht überschaubaren Folgen. Schließlich seien die beiden betroffenen Patienten erst geraume Zeit nach ihrer Infektion vom Rest der Bevölkerung isoliert worden.

Aus diesem Grunde seien sie in diesem Zeitraum mit mindestens 100 Personen in Kontakt geraten, von denen sich eventuell einige infiziert und ihrerseits weitere Mitbürger angesteckt haben könnten. Deshalb sei Walvis Bay wieder in die erste Phase des vollen Lockdown zurückversetzt worden, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern. Konkret bedeutet dies für den Küstenort, dass dort die Schulen vorerst nicht öffnen werden, der Verkauf von Alkohol verboten bleibt, und ab Dienstag wieder eine Ausgangsbeschränkung herrschen sowie Versammlungen von mehr als zehn Personen untersagt sein werden.

Der Rest des Landes hingegen kann sich hingegen ab dem 2. Juni über eine weitere Öffnung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens freuen. So dürfen ab Dienstag wieder Restaurants, Cafés, Kinos, Theater, Büchereien, Galerien, Museen und Fitnesszentren öffnen, sofern sie geltende Hygienevorschriften und Abstandsregeln einhalten können. Diese sollen noch ausstehende Regularien präzisieren und dabei unter anderem definieren, wie viele Personen sich in einem jeweiligen Establishment pro Quadratmeter aufhalten dürfen.

Auch der Verkauf von Alkohol wird ab Dienstag wieder erlaubt – allerdings dürfen Spirituosenläden und Bars nur zwischen 12.00 Uhr und 18.00 Uhr geöffnet sein und nur Alkohol zum Mitnehmen verkaufen. Der Konsum vor Ort bleibt verboten. Auch bei Restaurants gilt die Einschränkung, dass sie nur Gäste mit Vorausbuchung bedienen und außer diesen keine weiteren Kunden empfangen dürfen.

Ebenfalls neu ist die Auflage, dass sich Verbraucher bei jedem Ladenbesuch in ein Register eintragen und dort ihre Personalien hinterlassen müssen. Dies soll ermöglichen, dass bei weiterern Corona-Fällen sämtliche Personen geortet und isoliert werden können, mit denen Infizierte in Kontakt gekommen sind. Ferner soll ab Dienstag ein Verbot gegen sämtliche Besuche in Altersheimen gelten und alle Lastwagenfahrer, die Namibia durchqueren, auf Corona getestet und während ihres Aufenthalts hier unter Zwangsquarantäne gestellt werden.

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