27 Mai 2020 | Wirtschaft

Corona-Krise infiziert Wirtschaft

Firmen ächzen unter ökonomischen Folgen von Maßnahmen gegen Pandemie

Die namibische Wirtschaft leidet massiv unter der Corona-Krise und Unternehmer haben wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung. Besonders betroffen sind Betriebe im Gast-, Bau- und Hotelgewerbe, die Umsatzeinbußen von zwischen 80 und 100 Prozent erleben und teilweise vom Konkurs bedroht sind.

Von Marc Springer, Windhoek

Das geht aus einer Studie der namibischen Statistikbehörde (NSA) hervor, die zwischen dem 30. April und 11. Mai rund 550 Firmen in 16 unterschiedlichen Wirtschaftssektoren konsultiert und aus ihren Antworten ein Stimmungsbild über die derzeitige Lage erstellt hat. Wichtigste Erkenntnisse: Von den befragten Unternehmen haben während des Untersuchungszeitraums nur 21 Prozent auf voller Kapazität gearbeitet.

Weitere 50 Prozent der Betriebe gaben an, sie seien „teilweise aktiv“, während 21 Prozent der Firmen ihren Status mit „vorübergehend geschlossen“ angaben. Die verbleibenden 3,5 Prozent der Unternehmen teilte mit, sie seien „permanent geschlossen“. Von den Firmen, die mit gewohnter Auslastung mehr oder weniger normal tätig waren, sind die meisten in der verarbeitenden Industrie aktiv. Der Großteil der vorübergehend oder dauerhaft geschlossenen Unternehmen war im Gast- und Hotelgewerbe tätig.

Die Autoren der Erhebung weisen ferner darauf hin, dass von den 546 angeschriebenen bzw. angerufenen Firmen nur 226 geantwortet hätten, weil der Rest aufgrund des Lockdown und anderer, durch Corona bedingten Einschränkungen, während des Befragungszeitraums geschlossen und ihre Vertreter nicht erreichbar waren. Von den 226 Firmen, die an der Analyse teilgenommen haben, gaben mit 218 der Befragten die große Mehrheit an, negativ von der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen betroffen zu sein und über die nächste Monate mit weitern Beeinträchtigungen zu rechnen.

Dies begründete eine Mehrheit der umfrage-Teilnehmer mit einem stark zurückgegangenen Kundenaufkommen und erheblich gesunkenem Bedarf an den von ihnen hergestellten bzw. angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Ein gesunkenes Angebot an Waren und Rohmaterialien gaben hingegen nur 14 Prozent der Unternehmen als Grund für ihre derzeit prekäre Lage an.

Mit rund 90 Prozent aller befragten Unternehmen gab die überwältigende Mehrheit an, aufgrund der Corona-Krise in den vergangenen vier Wochen erhebliche Umsatzeinbußen erlitten zu haben. Dazu gehören mit 73 Firmen ein erheblicher Anteil der primär im Hotel- und Gastgewerbe aktiven Befragten, die nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Wochen einen Umsatz-Rückgang von zwischen 91 und 100 Prozent erlitten haben. Weitere 24 Unternehmen gaben an, ihr Umsatz habe sich zwischen 81 und 90 Prozent verringert.

Über eventuelle Entlassungen aus Kostengründen enthält die Studie keine Angaben. Dies mag damit zusammenhängen, dass betriebsbedingte Kündigungen, die mit wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise begründet werden, durch diverse Regularien derzeit untersagt sind. Der namibische Arbeitgeberverband hat bereits Klage gegen diese als geschäftsschädigende Bestimmungen eingereicht.

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