31 Mai 2021 | Gesundheit

Corona-Auflagen sind liberal

Anzahl Todesfälle könnte sich bis Jahresende mehr als verdoppeln

Angesichts der steigenden COVID-19-Fälle wurden die Corona-Auflagen verschärft. Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula hat die Kontrollmaßnahmen aber im Gegensatz zu anderen Ländern als „liberal“ bezeichnet. Die Anzahl Todesfälle könnte bis Jahresende die 2 000-Marke durchbrechen.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Nicht nur die Anzahl Neuinfektionen, sondern auch die gemeldeten Krankenhausaufenthalte und Todesopfer steigen deutlich. Trotz dieses Trends hat Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula bei seinem jüngsten Update über die COVID-19-Lage den Begriff „dritte Infektionswelle“ nicht benutzt. Shangula wurde von Präsident Hage Geingob beauftragt, am Freitag in Windhoek die Nation zu briefen. Geingob selbst war nicht anwesend, nachdem er und First Lady Monica Geingos positiv auf das Virus getestet wurden. Laut Shangula „gibt es keinen Grund zur Sorge“ und beide „erholen sich gut“.

Shangula zufolge steigt die Anzahl Schwererkrankter deutlich. Der Platz in Isolationseinrichtungen und auf Intensivstationen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor fülle sich rasant und mehr Personen benötigten künstliche Beatmung. „Die steigenden Fälle üben Druck auf unser öffentliches Gesundheitssystem aus“, sagte er und rügte die Öffentlichkeit: „Wir haben in den vergangenen Monaten beobachtet, dass die Öffentlichkeit schamlos gegen die COVID-19-Vorschriften verstößt und dabei ihre Familie, die Einwohner und unser Land gefährdet.“

Ihm zufolge wurden in den vergangenen 27 Tagen im Schnitt 204 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Im gleichen Zeitraum sei die Anzahl Personen, die an bzw. mit COVID-19 verstorben sind, um 152 gestiegen - rund sechs Todesfälle pro Tag. „Wenn dieser Trend nicht durch bloße Hochrechnung aufgehalten wird, werden wir bis zum Ende des Jahres zusätzlich 44 472 Neuinfektionen und 1 308 COVID-19-Todesfälle verzeichnen“, sagte er. Bis dato wurden hierzulande 54 659 Virusfälle und 818 Todesfälle gemeldet.

Trotz dieser besorgniserregenden Statistik erklärte Shangula, dass Namibia als eines von wenigen Ländern über „liberale Kontrollmaßnahmen“ verfüge. Obwohl Namibier strengere Maßnahmen forderten, „haben wir versucht, ein gutes Gleichgewicht zu finden, um Leben und Lebensunterhalt zu erhalten und die Wirtschaft anzukurbeln“. Die neuen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie gelten ab dem heutigen Montag (1. Juni) und bleiben bis 30. Juni in Kraft.

Demnach sind Versammlungen ab sofort von 100 auf 50 Personen reduziert worden. Der Kontaktsport wurde erneut verboten (mehr dazu auf Seite 5). Für die Einreise ist ein PCR-Negativtest erforderlich. Ein Antigentest ist nicht mehr erlaubt. Personen, die aus Hochrisiko- bzw. Variantengebieten einreisen, müssen sieben Tage nach der Einreise erneut einen PCR-Test präsentieren. Sonstige Auflagen, wie zum Beispiel die tägliche Ausgangsperre von 22 bis 4 Uhr gelten nach wie vor.

Justizministerin Yvonne Dausab erklärte bei der Gelegenheit, dass Gesichtsmasken „korrekt“ getragen werden müssen - die Maske müsse die Nase und den Mund bedecken. Außerdem müsse die soziale Distanzierung strikt eingehalten werden. „Besonders Kirchen machen sich schuldig, keine soziale Distanzierung zu praktizieren. Pastoren, die laut predigen, tragen keine Masken und man sieht Speichel, der durch die Luft weht“, sagte sie.

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