22 Dezember 2006 | Wirtschaft

Coeln: "Tal ist fast durchschritten"

Swakopmund/Walvis Bay - "2006 war wesentlich besser als 2005", resümierte Coeln. "Während wir im ersten Jahr noch versuchen mussten, überhaupt zu überleben, konnten wir uns 2006 verstärkt auf die Etablierung und Formung des Unternehmens konzentrieren."

Dabei verzeichnet der Geschäftsführer zahlreiche kleine Erfolge und großes Herausforderungen: So sei es dem Stromversorger gelungen, die bestehenden Standards in Walvis Bay und Swakopmund aufrechtzuerhalten, während man in kleineren Kommunen und ländlichen Gegenden vor allem die technischen Gegebenheiten, aber auch den Kundendienst habe aufbessern müssen. "Wir mussten das bestehende System ablösen, im Rahmen dessen jede Stadt und jedes Dorf seine Gerätschaften und Materialien eigenständig gekauft hat. Das läuft jetzt zentralisiert und ist dadurch wirtschaftlicher".

Zudem habe Erongo-RED laut Coeln gleich sieben unterschiedliche Zahlungssysteme für Prepaid-Strom übernommen, diese sollen im kommenden Jahr vereinheitlicht werden, was der Geschäftsführer als eine der signifikanten Aufgaben des Unternehmens sieht.

Nicht möglich sind bei Erongo-RED bislang allerdings finanzielle Sprünge: Seit der Übernahme der Stromversorgung am 1. Juli 2005 für etwa 30.000 Kunden auf einem Gebiet von rund 74.000 Quadratkilometer sei das Unternehmen verpflichtet, Abgaben an die Stadt- und Ortsverwaltungen zu entrichten, um deren Einnahmeverluste und noch laufende Kosten auszugleichen.

"Dieser Betrag beläuft sich im Finanzjahr 2005/2006 auf insgesamt knapp N$ 48 Mio. pro Jahr", so Coeln. Erongo-RED verwehrt sich in diesem Zusammenhang auch gegen Vorwürfe, man habe der Stadtverwaltung Swakopmund Verluste beschert: "Wir legen die Höhe dieser Ausgleichszahlungen nicht fest, das macht der Elektrizitätskontrollrat (ECB)". Bis auf weiteres bedürfe diese finanzielle Umklammerung vor allem eines strengen Sparkurses.

"Ich drehe jeden Cent 20 Mal herum", beschreibt Coeln die Situation, sagt aber: "Wir haben das Tal schon fast durchschritten." Bis Erongo-RED Gewinne mache, an denen dann auch die Stadtverwaltungen in Form von Dividenden beteiligt werden, gehen seiner Meinung noch mindestens fünf Jahre ins Land. Strompreiserhöhungen kann Coeln daher auch nicht ausschließen, zum einen, weil die Einkaufskosten von NamPower steigen, zum anderen aber auch, weil Erongo-RED versucht, die teils sehr unterschiedlichen Tarife anzugleichen - ein Plan, der bis 2020 abgeschlossen sein soll. "Dadurch zahlen einige Kunden teils weniger als vorher."

Im zu Ende gehenden Jahr habe man daher mit einer vom ECB genehmigten Tarifanpassung eine Einkommenssteigerung von 13% für das Unternehmen zu erzielen. Deutlich gebessert habe sich im vergangenen Jahr die Zahlungsmoral der Kunden. Erongo-RED hatte versprochen, säumige Zahler zu verwarnen und notfalls umgehend den Strom abzuschalten - eine Strategie, die 2006 noch erprobt wurde, 2007 dann auch offiziell durchgesetzt werden soll.

An das neue Jahr hat Coeln viele Hoffnungen: "Vor allem setze ich darauf, dass das Stromgesetz endlich implementiert wird. Im Rahmen dessen übernehmen wir dann die Kapitalanlagen, die bislang noch in den Händen den Stadtverwaltungen liegen. Das wird es für uns einfacher machen, beispielsweise Kredite von Banken zu bekommen." Zudem übernimmt Erongo-RED im neuen Jahr auch die 15.550 in Walvis Bay registrierten Stromkunden, die bislang noch von der Stadtverwaltung betreut werden.

Besonderes Augenmerk setzt der Stromverteiler darüber hinaus auf die weitere Verbesserung des Kundendienstes, der technischen Prozess sowie die Konsolidierung interner Abläufe. Vor großen Aufgaben ist es Coeln, der von sich selber humorvoll sagt: "Ich lebe, esse, trinke und atme Strom", nicht bange: "Ich bin sicher, dass das neue Jahr ein noch besseres wird als das abgelaufene."

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