11 Juli 2018 | Afrika

China will Militärbeziehungen zu Afrika ausbauen

Neben den wachsenden wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Afrika will China jetzt auch seine Militärkooperation mit dem Kontinent ausbauen. Sollen auch Waffenlieferungen verstärkt werden?

Von Deutsche Presse-Agentur, dpa
Peking

China will seine Militärbeziehungen zu Afrika stark ausbauen. Zum Abschluss des ersten China-Afrika-Forums zu Verteidigung und Sicherheit am Dienstag in Peking rief der chinesische Verteidigungsminister, General Wei Fenghe, zu einer Vertiefung der Kooperation auf. „China und Afrika sind gute Freunde, gute Partner und für immer gute Brüder.“ An dem bisher einmaligen Treffen, das zwei Wochen meist hinter verschlossenen Türen stattfand, hatten Militärs aus 49 afrikanischen Staaten und China teilgenommen.

China und Afrika wollten ihre „umfassende strategische Partnerschaft“ ausbauen, sagte der General. Es gehe um Kooperation in Sicherheitsfragen und den Aufbau von militärischen Fähigkeiten. Auch beschwor der Wei Fenghe die Entwicklung neuer Wirtschaftskorridore zwischen China und Europa über die „Neue Seidenstraße“, die mit ihren Schifffahrtswegen auch an Afrika vorbeiführen.

Das Treffen bereitete auch den China-Afrika-Gipfel (FOCAC) mit den Staats- und Regierungschefs im September in Peking vor. Experten gehen davon aus, dass China über die Militärkooperation mit Afrika auch seine Wirtschaftsinteresse auf dem Kontinent wie auch seine Seewege sichern will. Seit 2017 unterhält China bereits seinen ersten Marinestützpunkt im Ausland in Dschibuti am Horn von Afrika, von wo auch seine Einsätze im UN-Kampf gegen Piraten unterstützt werden.

Das Forum war der offizielle Startschuss, neben den wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Afrika jetzt auch die militärische Kooperation auszubauen. China agiert dabei als Waffenlieferant, Ausbilder und bietet technisches Know-How. Die Teilnehmer des Forums in Peking besuchten nach amtlichen Angaben auch Einrichtungen des chinesischen Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Über Details wurde nichts bekannt. Anfragen von ausländischen Medien wurden abgewiesen.

Chinas Waffenexporte nach Afrika haben stark zugenommen. Seit 2008 sind rund 21 Prozent aller chinesischen Waffenausfuhren weltweit nach Afrika geflossen, berichtete das Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS). Seit 2008 erreichten sie insgesamt drei Milliarden US-Dollar. Nordafrikanische Staaten sind mit 42 Prozent die wichtigsten Zielländer, darunter besonders Algerien. 29 Prozent gehen nach Ostafrika, während sich der Rest von 29 Prozent auf die anderen Länder verteilt.

Wegen ihres guten Preis-Leistungs-Verhältnisses seien chinesische Waffen sehr beliebt, berichteten die CSIS-Forscher. Sie seien nicht so teuer wie andere, böten aber trotzdem fortschrittliche Möglichkeiten. Chinesische Waffen hätten aber auch schon ihren Weg in verschiedene Konfliktzonen wie in der Demokratischen Republik Kongo, Elfenbeinküste, Sudan und Somalia gefunden.

Gleiche Nachricht

 

Organisation: Algerien setzt hunderte Migranten in der Wüste aus...

vor 2 stunden | Afrika

Niamey/Algier (dpa) - Algerien hat nach einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) erneut mehrere hundert Migranten in der Wüste ausgesetzt. Zwei Menschen hätten...

Dutzende Tote nach Unwettern und Überschwemmungen in Nigeria

vor 3 stunden | Afrika

Abuja (dpa) – Mindestens 49 Menschen sind nach Unwettern und Überschwemmungen im Norden Nigerias ums Leben gekommen. Wie lokale Behörden berichteten, blieben zudem zunächst noch...

Aus Feind mach Freund: Eritrea eröffnet Botschaft in Äthiopien...

vor 4 stunden | Afrika

Addis Abeba (dpa) - Eine Woche nach der Unterzeichnung eines historischen Friedens- und Freundschaftsvertrages hat Eritrea seine Botschaft in Äthiopien wiedereröffnet. Eritreas Präsident Isaias Afwerki...

Madonna zeigt sich begeistert von ihrem Malawi-Projekt für Kinder

vor 5 stunden | Afrika

Blantyre (dpa) - US-Popstar Madonna hat sich bei einem Besuch eines von ihr unterstützten Zentrums für Kinderchirurgie in Malawi „begeistert“ über dessen Arbeit gezeigt. Ein...

Hallo Milchstraße! Größtes Radioteleskop der Südhalbkugel eingeweiht

vor 21 stunden | Afrika

Von Andrea Lindner, Deutsche Presse-Agentur (dpa), JohannesburgDer Sternenhimmel über Südafrikas Halbwüste Karoo ist klar, das nächste Dorf ist fast 100 Kilometer entfernt. Hier gibt es...

Ex-Präsident Obama eröffnet Ausbildungszentrum in Kenia

vor 22 stunden | Afrika

Kogelo (dpa) - Bei einem zweitägigen Besuch in Kenia, dem Heimatland seines Vaters, nimmt der frühere US-Präsident Barack Obama am Montagnachmittag an der Eröffnung eines...

Tunesien sichert sich Finanzhilfen von fast einer Milliarde Euro...

vor 4 tagen - 12 Juli 2018 | Afrika

Tunis (dpa) - Angesichts einer anhaltend schwierigen Wirtschaftslage in Tunesien haben internationale Geldgeber wie die Weltbank und die deutsche Staatsbank KfW dem nordafrikanischen Land Finanzhilfen...

Opposition fürchtet Betrug: Tausende Simbabwer fordern faire Wahlen

vor 5 tagen - 12 Juli 2018 | Afrika

Harare (dpa) - In Simbabwe haben Tausende Menschen freie und faire Wahlen gefordert. Der Hintergrund der gestrigen Demonstration waren zunehmende Zweifel an den Wahlvorbereitungen. Die...

Französischer Soldat stirbt bei Hubschrauber-Absturz in Westafrika

vor 6 tagen - 11 Juli 2018 | Afrika

Abidjan/Paris (dpa) - Ein französischer Militärpilot ist beim Absturz seines Hubschraubers in der Elfenbeinküste tödlich verletzt worden. Der Helikopter des Typs Gazelle sei etwa 20...

UN-Sicherheitsrat lobt Versöhnung von Äthiopien und Eritrea

vor 6 tagen - 11 Juli 2018 | Afrika

New York (dpa) - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Versöhnung der Langzeit-Rivalen Äthiopien und Eritrea als historischen und bedeutsamen Schritt gelobt. Dieser werde...