30 Juni 2005 | Kommentar

Bürokratisches Phlegma

Die Lehrergewerkschaft NANTU gehört zur Angestelltenvertretung, die sich der direkten Gefolgschaft der regierenden Partei verschrieben hat. Wie irrsinnig ein solches Bündnis ist, stellt sich in der derzeitigen Konfliktsituation leicht heraus, da die Interessenvertreter nun die SWAPO-Regierung angreifen müssen, mit welcher aus Solidarität nie ein Interessenkonflikt aufkommen sollte.

Die Realität sieht anders aus.

Es spricht jedoch für die Gewerkschafter, dass sie den Konflikt nicht scheuen. Was sie angreifen, ist die weit verbreitete Lähmung, die den Staat und die Gesellschaft jährlich Millionen kostet: das bürokratische Phlegma, die Unfähigkeit, effizient und zügig Beschlüsse auszuführen, die schon längst gefasst wurden. Ohne Parteibündnis mit den Regierenden könnte der Protest viel effektiver sein.

Die Ineffizienz im Staat hat häufig nichts mit Geldmangel, sondern eher mit fehlender Motivierung zu tun. Auch der katastrophale Rückstand in der Prozessführung an den Gerichten gehört in diese Sparte. Derweil die Lehrer wenigstens durch ihre Gewerkschaft Lärm schlagen können, sind die Untersuchungshäftlinge, die schon drei Jahre auf ihren Prozess warten, von jeglicher Protestaktion abgeschnitten. Der fundamentale Anspruch auf Rechtsprechung und daher Gerechtigkeit ist für Tausende von Häftlingen außer Kraft gesetzt.

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