31 Mai 2019 | Geschichte

Briefe 1893 - 1904 (36. Brief)

Von Hans Warncke alias „Hans Waffenschmied“ aus Windhoek und Hamakari

Hans Warncke, Sohn von Pastor Wilhelm Warncke, wurde am 7. Januar 1871 in Neustrelitz geboren und starb am 14. Januar 1904 auf Hamakari. Er war der Großonkel von Dagmar Zumbrunn-Warncke, die zusammen mit ihren Geschwistern und Schwager das Buch „Briefe 1893 - 1904“ zusammenstellte und durch den Kuiseb-Verlag publizierte. Auf den kommenden Seiten von WAZon Geschichte(n) werden diese Briefe veröffentlicht

Uitdrai, den 19. Juli 1899

Liebe Eltern!

Soeben erhielt ich einen Brief von Paul, welcher mir von „Emil” [Emil Förster war der Ehemann seiner Schwester Else, den sie kurz vorher geheiratet hatte] schreibt, den ich aber nicht kenne. Ich werde dies Jahr noch Land kaufen oder zum wenigsten einen Bauplatz, wo ich mir ein Haus bauen kann. Ich wollte von den Hereros hier in Onjossa kaufen, indessen zieht es sich so in die Länge, daß ich nicht weiß, ob es etwas wird. Paul riet mir, zu kaufen. Die Regierung will den nicht Sesshaften keine Regierungs-Fracht mehr geben. Ich habe jetzt 2 Frachten für die Truppe auf Jakkalswater geladen (12 Mark pro 100 Pfund Deutsch). Jetzt werde ich wohl für 2 Store in Mund laden, da ich nicht glaube, daß ich Fracht auf Jakkalswater bekomme. Wenn ich dann abgeladen habe, werde ich meine Ochsen erst wieder ein wenig ausruhen lassen und mich darum kümmern, einen Platz zu bekommen. Oben bei Windhoek ist es mir zu teuer (1 Mark pro Hektar) und es sind schon zu viele Menschen dort. Als ich auf Onjossa stand mit meinen Ochsen, fuhr ich mal mit einem Wagen aus, um einen guten Außenposten zu entdecken, wohin man beim Knappwerden des Futters die Ochsen schicken könnte. Da habe ich dann verschiedene gute Plätze gefunden.

Der Bur von mir schoß 2 Springböcke. Ich schoß einige Paue (Trappen, Gewicht circa 20-25 Pfund), auch mehrere kleine Böcke, Hühner und einen riesigen Leguan, 1 große schwarze Schlange usw.

Wenn man von Onjossa etwa 5 Stunden nach Norden fährt, so kommt man an den Transportweg Karibib-Okahandja und dort liegt das sogenannte „Otjimakoko” oder Kupfermine, wo ich auch war, wo aber alles total verfallen ist und die ganzen Maschinen völlig verrostet und unbrauchbar sind. Wie man noch hört, hat die englische Gesellschaft, die den Platz damals in Angriff genommen hatte, noch die Rechte in Händen.

Ich hatte neulich ein kleines Abenteuer. Ich ging abends noch auf Jagd, um Perlhühner zu schießen. Als ich an einem Loche vorbei kam, wo Stachelschweinborsten lagen, ging ich näher und plötzlich richtete sich auf 3 Schritte Entfernung aus dem Loch eine große häßliche Schlange mit dickem geschwollenen Kopf auf und zischte mich an. Ich prallte, wie von einer Tarantel gestochen, zurück und riß aber unverzüglich das Gewehr hoch und schoß, worauf die Schlange im Loch verschwand. Vorsichtig nähergehend steckte ich eine neue Schrotpatrone in den Lauf, sah aber von dem Ungetüm nichts mehr. Ich mußte sie getroffen haben.

Neulich hob ich einen Stein in meinem Zelt auf und da lag eine kleine Hornviper zusammengerollt darunter, von der Kälte noch steif. Ich zerschmetterte sie mit dem Steine.

Ich hatte dir, lieber Vater, wegen einiger Reserve-Buchsen zu meinem Wagen geschrieben, die du an Exporteur Burmester, Hamburg an Adresse R.A. Schröder, Uitdrai, schicken solltest. Ich hoffe, du hast den Brief erhalten. Du tust mir damit einen großen Gefallen.

Sobald ich Land gekauft habe, schreibe ich sofort.

Soeben sind die von Deutschland geschickten Bergleute hier durchgekommen mit Herrn Kaiser, um nach Rehoboth zu gehen.

Jetzt will ich schließen mit herzlichen Grüßen an euch, sowie an alle Geschwister und Bekannten

Euer Hans

N.B. P. Koosch habe ich leider noch nicht getroffen, auch Alisch noch nicht. Derselbe soll auf Windhoek sein.

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