01 März 2019 | Geschichte

Briefe 1893 - 1904 (25. und 26. Brief)

Von Hans Warncke alias „Hans Waffenschmied“ aus Windhoek und Hamakari

Hans Warncke, Sohn von Pastor Wilhelm Warncke, wurde am 7. Januar 1871 in Neustrelitz geboren und starb am 14. Januar 1904 auf Hamakari. Er war der Großonkel von Dagmar Zumbrunn-Warncke, die zusammen mit ihren Geschwistern und Schwager das Buch „Briefe 1893 - 1904“ zusammenstellte und durch den Kuiseb-Verlag publizierte. Auf den kommenden Seiten von WAZon Geschichte(n) werden diese Briefe veröffentlicht.

Angekommen 7. Juni 1897 Abgestempelt in Mund am 24. April 1897

Zaobis, den ??? 1897

Liebe Eltern!

Soeben kommt die Post unerwartet und fährt sofort weiter. So kann ich nur schnell ein paar Worte schreiben. Ich habe das Connossement [Französisch: connaissement = Frachtbrief] von dem zweiten Wagen erhalten und ich habe schon einen Käufer in Aus­sicht. Ich fahre jetzt für Otjimbingue und dann mit 2 Wagen nach Windhoek.

Nächstes Mal ausführlicher. Mit vielen Grüßen

Euer Sohn Hans

N.B. Vor 8 Tagen mit einer Fracht für Corleis gekommen von Mund.



Angekommen Juli 1897 Zaobis, den 4. Juni 1897

Liebe Eltern!

In aller Eile ein paar Worte. Die Rinderpest ist hier. Bei Bülsbort, etwa 2 Stunden von hier, ist sie, ebenso auf Modderfontein, wo Doktor Kohlstock jetzt ist, um zu impfen. In Windhoek sind schon viele Rinder verreckt, viele auch geimpfte, wo es mit der Lymphe geglückt hat. Wir hoffen hier, daß auch bei Zeiten hier geimpft wird, ehe die Pest aus­bricht, denn jedes Tier, was schon angesteckt ist, ist nicht mehr zu retten. Ich war vor 8 Tagen mit 2 Wagen in Otjimbingue angekommen und hatte gut gefahren. Und nun ist jeder Verkehr gesperrt, außer mit Pferden oder Eseln. Aus meinem Vorderwagen hatte ich eine Karre provisorisch gemacht, mit der Corleis mit 4 Eseln hinunter war, um Sa­chen von Modderfontein zu holen, wo seine Wagen mit Fracht stehen. Wir haben jetzt alle Hände voll zu tun, Kraale für die Ochsen machen, Wasser graben und einzäunen. So schlimm es jetzt mit dem Vieh steht, so geht es auch mit den Menschen. Überall ist Fieber und sind schon viele, besonders Eingeborene, gestorben. Ich habe noch keines gehabt. Sowie ich die Vorboten eines Anfalls verspüre, trinke ich tüchtig Kognak und dann ist es vorbei. Hier auf Zaobis sind auch 3 Eingeborene tot. Mit meinem Skorpionstich damals war es nicht schlimm und ist bald wieder abgezogen.

Mit dem Wagenverkauf ist es jetzt natürlich auch schlecht. Einen habe ich vorläufig selber, der andere ist verkauft, aber noch nicht klar bis zu einem Termin, wann der Betreffende zahlen muß. Ich habe jetzt auf dem neuen Wagen Bier für einen Store in Otjimbingue, auf dem alten Wagen Hafersäcke für die Truppe dort. Aber ich will jetzt schließen. Bis zur nächsten Post muß es sich entscheiden, ob ich ruiniert oder ein ver­mögender Mann bin.

Mit herzlichen Gruß an euch alle

Euer Hans

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