20 September 2019 | Kultur & Unterhaltung

Briefe 1893 - 1904

Von Hans Warncke alias „Hans Waffenschmied“ aus Windhoek und Hamakari (Teil 1/2)

Hans Warncke, Sohn von Pastor Wilhelm Warncke, wurde am 7. Januar 1871 in Neustrelitz geboren und starb am 14. Januar 1904 auf Hamakari. Er war der Großonkel von Dagmar Zumbrunn-Warncke, die zusammen mit ihren Geschwistern und Schwager das Buch „Briefe 1893 - 1904“ zusammenstellte und durch den Kuiseb-Verlag publizierte. Auf den kommenden Seiten von WAZon Geschichte(n) werden diese Briefe veröffentlicht.

Angekommen 16. Januar 1902 Hamakari, den 2. Dezember 1901

Lieber Vater!

Gestern bin ich von Karibib gekommen. Ich habe die Sachen alle in Karibib bekommen. Die Damaqua-Gesellschaft hatte sie dorthin geschickt, und ich habe an Zoll und Beförderungsspesen 250 Mark bezahlt.

Es ist alles da. Kaffee, Seife, der große Kasten und die Streichhölzer. Ich habe die Preisrechnung auch erhalten. Es sind alles gute Sachen. Nur mit dem Kaffee, lieber Vater, war es eigentlich unpraktisch von dir. Er kommt hier ebenso billig. Ich hatte auch keinen bestellt. Ferner die Leuchter und die Tücher mit Fransen, die hatte ich auch nicht bestellt. Die kann ich nicht verwerten. Die Pfeifen sind alle gut. Die beiden kleinen Pfei­fen in Etuis kaufen auch keine Hereros. Aber das sind ja nur Proben. Die 5 halblangen Pfeifen dagegen (Proben) kaufen die Hereros gerne. Die Decken sind alle gut. Nur hät­te ich gerne eine mittlere Sorte gehabt, die an Güte zwischen den Tigerdecken und den dünnen Decken steht. Es war 1 Mittelsorte-Decke dabei (6 Mark auf der Rechnung). Davon hätten mehr Decken dabei sein können. Es war nur eine da. Das Frauenzeug ist gut, die Seife ausgezeichnet. Die Stores hier haben viel schlechtere. Die Proben sind ganz nett. Doch haben sie keinen großen Zweck. Jetzt habe ich auch von den Sachen, die du geschickt hast, genug auf Jahre. Wie freute ich mich, als die Sachen da wa­ren. Was ich noch gerne haben wollte, sind Jacketts, Hosen, Schuhe, Hemden, einige Umschlagtücher für Frauen (sehr großes Format), einige Hüte und schließlich einige Decken von der Mittelsorte, wie ich vorher erwähnte. Richte dich nur genau nach dem damaligen Brief von mir, wo ich die Angaben über die Größe und Beschaffenheit aller Sachen gemacht habe. So die Größe der Nummern bei Jacketts und Hosen. Ebenso die der Schuhe. Die Emaille-Proben waren gut. Von den Schüsseln könntest du ein paar Dutzend schicken, die Kessel müssen nur größer sein und dürfen keinen Ansatz haben (mit dem sie auf dem Kochherd stehen), Kaffeemühlen schicke nicht. Aber ein paar Dutzend blaue Becher (große und kleine) auch ein paar Eimerchen mit Deckel und Henkel, so 4-5 Liter Inhalt.

Ich hoffe, das Geld bald schicken zu können. Auch Frauenschuhe, von denen ich ja damals eine Probe mitschickte. Es ist doch ein gewaltiger Unterschied mit den hiesigen Preisen. Wie danke ich dir doch, lieber Vater, für deine Mühe und Arbeit, die du dir für mich machst. Ich hatte damals nach deinem Brief schon ganz die Hoffnung verloren, daß du Sachen schicken würdest. Umso mehr überrascht war ich hernach.

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