27 August 2019 | Natur & Umwelt

Brennofen nicht ganz ausgelastet

Staatskrankenhäuser nutzen hochmoderne Verbrennungsanlage nicht

Der neue Windhoeker Verbrennungsofen ist nicht voll ausgelastet, weil das Gesundheitsministerium weiterhin eine alte Anlage nutzt. Eine offizielle Erklärung gibt es dafür nicht. Indessen behaupten allerdings Stimmen, dass der neue Verbrenner den Staatskrankenhäusern zu teuer ist.

Von Claudia Reiter

Windhoek

Fast täglich steigen dunkle Rauchwolken des alten Verbrennungsofens neben dem Katutura-Staatskrankenhaus auf – obwohl seit November vergangenen Jahres die „modernste Anlage im südlichen Afrika“ in Betrieb ist, die von der Stadt in unmittelbarer Nähe errichtet wurde. Private Krankenhäuser, Vollzugsbehörden und andere nutzen den neuen Ofen - das Gesundheitsministerium noch nicht.

„Derzeit warten wir noch auf die staatlichen Krankenhäuser“, erklärte der städtische Leiter des neuen Verbrenners, Eliphas Kahorere, im AZ-Gespräch. „Die namibische Polizei und der Privatsektor wie beispielsweise private Hospitäler und Kliniken sowie der Fleischbetrieb Meatco machen bisher als einzige Kunden von der Anlage Gebrauch.“ Eine offizielle Erklärung dafür gibt es nicht – jegliche Anfragen beim Gesundheitsministerium blieben bisher unbeantwortet. Doch aus informierten Kreisen konnte die AZ erfahren, dass die alte Anlage dem Staat als Einnahmequelle gedient habe. Mittel, die seit der Inbetriebnahme des neuen Ofens nicht mehr zur Verfügung stehen, womit sich auch Aussagen erklären, wonach die Dienste des neuen städtischen Verbrenners „zu teuer“ seien.

Dabei war die Windhoeker Stadtverwaltung im Dezember 2017 noch recht zuversichtlich, schon bald den medizinischen Abfall der Staatskrankenhäuser entsorgen zu dürfen. Damals hatte der zuständige Ingenieur, Stellio Tsauseb, erklärt, dass die neue Anlage „kostengünstiger“ sei und die Stadt dem Gesundheitsministerium „die Mühe (mit der Müllverbrennung)“ abnehmen wolle. Entsprechend hatte sich auch die Ausgaben- und Einnahmenplanung der neuen Verbrennungsanlage gestaltet: Zwecks einer „kostendeckenden Basis“ wurde damit gerechnet, dass der hochmoderne Ofen auch durch die Staatskliniken aus Gobabis, Okahandja und Rehoboth mit Abfall beliefert werden würde.

Während sich die ursprüngliche Kostenberechnung der Stadt auf eine lohnende Grundmasse verlassen haben soll, die grundsätzlich durch die Staatskrankenhäuser möglich wäre, blieb die Leitung der städtischen Anlage, der AZ eine Antwort schuldig, welche Massen momentan verarbeitet werden. Somit bleibt auch die Frage unbeantwortet, welche Masse die neuen Öfen verarbeiten können und welche Masse als kostendeckend gehandelt wird. Ferner bleibt auch unbeantwortet, ob der alte Ofen toxische Gase in die Atmosphäre entlässt.

Gleiche Nachricht

 

Schwefelausbruch führt zu Sauerstoffmangel im Ozean

vor 3 tagen - 20 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Der sonst dunkelblaue Atlantische Ozean hat seit wenigen Tagen vor Namibias zentraler Westküste eine helle Türkisfarbe angenommen, wie im Walvis Bayer Hafen zu sehen ist...

Löwen-Konflikt spitzt sich zu

vor 4 tagen - 19 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Marc Springer, Windhoek„Die Abwartehaltung des Umweltministeriums gefährdet Viehzüchter, Löwen und Nutztiere gleichermaßen“, erklärte der Vorsitzende von DeLRHA (Desert Lions Human Relations Aid), Izak Smit,...

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 3)

vor 4 tagen - 19 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Namibia muss seine Land- und Weidewirtschaft verbessern und auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen und Tierarten umstellen, die besser an Dürre und Hitze angepasst sind. Die Wasserversorgung muss...

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 2)

vor 5 tagen - 18 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Wenn wir uns nicht einschränken und die Emissionen von CO2, Methan und anderen Treibhausgasen weiter steigen, könnte die Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts um...

Klimawandel und Erderwärmung - einige Gedanken (Teil 1)

vor 6 tagen - 17 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Keine Frage, der Klimawandel ist da. Es ist eine ernsthafte Bedrohung für die gesamte Menschheit und die Umwelt, die sofortiges und durchgreifendes Handeln verlangt. Die...

Millionen für Hegegebiete

1 woche her - 14 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Bei der Überreichung einer großzügigen Spende in Höhe von fünf Millionen Euro (knapp 80 Mio. N$) an die gemeinnützige Gesellschaft „The...

Tag der Pangoline steht vor

1 woche her - 14 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Claudia ReiterWindhoekDas in Namibia vorkommende Schuppentier ist eines von acht Schuppentierarten weltweit und eine von vier Schuppentierarten, die in Afrika vorkommen. Die Tiere sind...

Umweltfonds aus Deutschland unterstützt

1 woche her - 13 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (ste) – Heute Morgen hat der als gemeinnützige Gesellschaft registrierte Umweltfonds „The Community Conservation Fund of Namibia“ amtlich erste Spenden entgegengenommen, wodurch der Fonds...

Elefant fühlt sich zuhause

1 woche her - 12 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Von Erwin Leuschner, Swakopmund„Es ist alles sehr neu für alle - für uns sowie den Elefanten“, meinte Dr. Gert Cloete, Geschäftsführer des Swakopmunder Golfplatzes, gestern...

Von Namibia lernen

1 woche her - 11 Februar 2020 | Natur & Umwelt

Windhoek (cev) – Der Umweltfonds von Botswana (National Environment Fund, NEF) ist noch bis zum morgigen Mittwoch in Windhoek zu Besuch, um von dem namibischen...