14 Oktober 2020 | Afrika

Brandschneisen und Hoffen auf Regen: Weiter Flammen am Kilimandscharo

Afrikas höchster Berg brennt seit Tagen. Alle Löschversuche haben bisher nur begrenzten Erfolg gezeigt.

Von Ralf E. Krüger, dpa
Moshi/Johannesburg (dpa) - Mit einfachsten Mitteln geht an Afrikas höchstem Berg der Kampf gegen die seit vier Tagen lodernden Flammen unvermindert weiter. An der Südflanke des Kilimandscharo versuchten einige der rund 500 Helfer mit Hacken und Ästen Brandschneisen zu schlagen. Laut Tansanias Nationalpark-Behörde Tanapa sind bisher mehr als 28 Quadratkilometer Heidelandschaft abgebrannt. Tourismusminister Khamis Kigwangalkah rief bei einer Inspektion vor Ort zu verstärkten Anstrengungen auf, um den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen. Eine zunächst angekündigte Pressekonferenz wurde kurzfristig abgesagt.
Tanapa-Chef Allan Kijazi, der den Minister vor Ort informierte, hatte noch am Vorabend erklärt: „Es ist uns aber gelungen, in großen Gebieten das Feuer einzugrenzen.“ Allerdings gab er zu, dass die Flammen an schwierig zu erreichenden neuen Flächen unvermindert weiter wüteten. Unterdessen gab es erste Hoffnung auf Regen, nachdem es in dem am Fuße des Berges gelegenen Ort Moshi einige wenige Niederschläge gab. Der Großbrand war laut Tanapa auf knapp 3000 Metern Höhe aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Die Höhe und der teilweise nur schwer erreichbare Brandherd gestalten die Löscharbeiten schwierig.
Da nur die Südflanke des Kilimandscharos betroffen ist, wurde der nach den Corona-Beschränkungen schleppend wieder anlaufende Bergtourismus über andere Routen umgeleitet. Weiterhin seien Bergsteiger im Gebirgsmassiv unterwegs zum Gipfel des Kilimandscharo, hatte Tanapa-Sprecher Pascal Shelutete bestätigt.
Ein Tour-Organisator berichtete von einem Fall, bei dem ein bereits als gelöscht geltendes Feuer im Gebiet um Horombo zurückkehrte. Dort bemerkten Anwohner am Mittwoch auch eine starke Rauchentwicklung. Unklar blieb, ob dabei auch die dort befindlichen Hütten Opfer der Flammen wurden.
Eine Gruppe deutscher, Schweizer und österreichischer Bergsteiger berichtete der Deutschen Presse-Agentur aus dem in rund 3900 Metern Höhe gelegenen Shira Camp 2, oberhalb der dichten Qualmwolken sei der Blick am Mittwochmorgen weitgehend frei gewesen. Die Wolken waren bei der Ankunft der Gruppe am Vorabend noch im Hintergrund zu sehen. Die Gruppe hatte ihren Aufstieg über eine ihnen als ungefährlich angewiesene Route angetreten.
Auch der Tanapa-Sprecher hatte ausdrücklich bestätigt, dass die von den Touristen benutzten Routen nicht gefährdet seien. Der Kilimandscharo gilt mit 5895 Metern Höhe als Afrikas höchster Berg und auch als Tansanias Wahrzeichen.
In dem Land, in dem am 28. Oktober Wahlen anstehen, gilt der Bergtourismus als ein wichtiger Arbeitgeber und Devisenbringer.

Gleiche Nachricht

 

Kindswohl in Namibia nicht verbessert

1 woche her - 01 April 2021 | Afrika

Jannik Läkamp, NAMPAWindhoekNamibia gehört zu den vielen afrikanischen Ländern, in denen sich das Leben der Kinder trotz des Wirtschaftswachstums, das über die Jahre zu verzeichnen...

Streit um Trophäenjagd

1 woche her - 29 März 2021 | Afrika

Jäger aus Deutschland haben im vergangenen Jahr Hunderte im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistete Tiere als Trophäen mit nach Hause gebracht. Aus Afrika, Kanada, Argentinien, den USA,...

Ölsuche in einem von Afrikas Naturparadiesen empört Tierschützer

1 woche her - 26 März 2021 | Afrika

„Was, die Elefanten sind schon wieder da? Wie viele?“, fragt Thomas Mouronga Hamutenya. Er muss in sein Handy schreien: Es ist laut im einst so...

Berlin verschwindet von der Landkarte - zumindest in Südafrika

vor 1 monat - 01 März 2021 | Afrika

Das rote Willkommens-Schild am Ortseingang von Berlin ist Vergangenheit. Seit Mittwoch hat die Stadt ihren Namen geändert - zumindest im fernen Südafrika. Der 5000-Seelen-Ort heißt...

Coronabedingt startet Afrikas geplanter Binnenmarkt verspätet

vor 3 monaten - 29 Dezember 2020 | Afrika

Ein halbes Jahr später als geplant startet zum neuen Jahr die Afrikanische Freihandelszone - eine der weltgrößten. Gerade wegen der Corona-Krise sei die Freihandelszone besonders...

Kakao verdrängt Jumbos: Elefantenbestand der Elfenbeinküste sinkt

vor 5 monaten - 16 Oktober 2020 | Afrika

Abidjan/Johannesburg (dpa) - In der westafrikanischen Elfenbeinküste lassen Rodungen für Kakao-Plantagen und Getreidefelder die Lebensräume und damit auch die Bestände der Waldelefanten schwinden. Ausgerechnet in...

Brandschneisen und Hoffen auf Regen: Weiter Flammen am Kilimandscharo

vor 5 monaten - 14 Oktober 2020 | Afrika

Von Ralf E. Krüger, dpaMoshi/Johannesburg (dpa) - Mit einfachsten Mitteln geht an Afrikas höchstem Berg der Kampf gegen die seit vier Tagen lodernden Flammen unvermindert...

Brot mit Heuschreckenöl? Kulinarische Innovation in Ostafrika

vor 6 monaten - 28 September 2020 | Afrika

Von Anja Bengelstorff, dpaKnusprige Waffeln mit cremiger Sahne, süßer Schoko-Soße und - Insektenöl? In Belgien könnte das schon bald auf Speisekarten stehen. Denn dort experimentieren...

Corona-Restriktionen gelockert

vor 6 monaten - 18 September 2020 | Afrika

Johannesburg (dpa) - Angesichts sinkender Infektionszahlen lockert Südafrika seine Corona-Beschränkungen. Präsident Cyril Ramaphosa sagte am Mittwochabend in einer Rede an die Nation, die Restriktionen würden...

Erfolge gegen Heuschrecken in Kenia - Gefahr noch nicht...

vor 6 monaten - 10 September 2020 | Afrika

Nairobi (dpa) - Im Kampf gegen die Heuschreckenplage in Ostafrika wurden große Erfolge erzielt, doch die Gefahr ist Experten zufolge noch lange nicht gebannt. In...