15 Mai 2013 | Lokales

Brandberg eine „Sperrzone“?

Unwissenheit und vor allem viel Unsicherheit herrscht derzeit in der Bergsteigergemeinde über das Ausflugsziel Brandberg. Während einer ausführlichen AZ-Recherche konnten weder die Polizei, noch der Nationale Denkmalrat (NHC) oder die Bewohner des naheliegenden Dorfs Uis Aufschluss darüber geben, ob das Besteigen von Namibias höchstem Berg erlaubt oder verboten ist. „Es steht nirgendwo im Amtsblatt geschrieben, dass das Besteigen des Brandberges illegal ist“, sagte Basil Calitz, Inhaber des Brandberg Rest Camp, gestern auf Nachfrage der AZ. Allerdings: „Es gibt offenbar ein Sperrgebiet um den Berg, in dem niemand übernachten darf. Aber außer den Bewohnern von Uis weiß niemand davon“, ergänzte er. Wer diese „Sperrzone“ eingerichtet haben soll, konnte Calitz nicht sagen – es sei aber auf allen modernen GPS-Geräten vermerkt. Da das Brandberg-Massiv im Jahr 1951 als Nationales Denkmal (NHC) deklariert worden war, habe Calitz mehrfach beim Nationalen Denkmalrat zu Freizeitaktivitäten nachgefragt. Im vergangenen Jahr habe der NHC geantwortet, dass „bis auf weiteres keine Aktivitäten auf dem Berg erlaubt sind“. Im April dieses Jahres habe er ein offiziellen Schreiben vom NHC-Direktor Salomon April erhalten, das dem ersten Schreiben widerspricht – darin heißt es: „Der Nationale Denkmalrat gestattet hiermit jegliche Freizeitaktivitäten auf dem Berg, sei es Bergsteigen, Wandern, Vogelbeobachtung usw.“ April gibt allerdings zu Protokoll, dass Interessenten dies lediglich machen könnten, wenn sie von einem Bergführer begleitet würden. „Das ist doch Schwachsinn“, sagte Nick van Schalkwyk gestern auf Nachfrage der AZ. Van Schalkwyk wollte den Brandberg am vergangenen Wochenende zusammen mit vier südafrikanischen Bekannten steigen. Allerdings habe die Gruppe das Unterfangen wegen der Unsicherheit über die Legalität vor Ort abgebrochen, nachdem sie von der Polizei nach einer Genehmigung gefragt worden seien. Van Schalkwyk, der Mitglied eines Bergsteigclubs ist, habe den Brandberg schon mehrfach erklommen und noch nie von dieser Regelung gehört. „Es gibt auch kein entsprechendes Schild“, sagte er. Nach seinen Angaben kostet ein Bergführer im Schnitt 400 N$ pro (geführte) Person und Tag. Da die Gruppe, bestehend aus fünf Mann, vier Tage auf dem Berg verbringen wollte, hätte dies 8000 Namibia-Dollar gekostet. „Da hätten wir genauso gut auf einer Lodge schlafen können“, so van Schalkwyk. Van Schalkwyk sagte weiter, dass seit einigen Tagen eine Streife der Polizei ständig um den Berg fahren und die Umgebung regelrecht patrouillieren würde. „Sie fahren bis in die späte Nacht in verschiedene Schluchten und suchen Personen, die dort campieren“, so van Schalkwyk. Bei der Polizei konnte gestern trotz etlicher Versuche niemand Aufschluss über dieses Thema geben. Van Schalkwyk habe indes beim Denkmalrat nach der etwaigen Genehmigung nachgefragt. Dort sei ihm mitgeteilt worden, dass er einen Antrag stellen müsse und der Denkmalrat nach einer Woche bzw. nach der Sitzung eines Gremiums eine Entscheidung treffen werde, ob die Genehmigung erteilt werde oder nicht. Für Medienanfragen steht beim Denkmalrat ausschließlich dessen Direktor Salomon April zur Verfügung, der sich derzeit im Urlaub befinde. Erwin Leuschner, Swakopmund/Uis

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