28 Februar 2019 | Meinung & Kommentare

Bildung wieder vernachlässigt

Für einen Staat, der sich damit rühmt, die Bildung in den Vordergrund zu rücken, ist die Ankündigung des Instituts für Minenkunde und Technologie (NIMT) an seine Angestellten, ihnen zum Monatsende kein Gehalt zahlen zu können, schlicht und einfach ein Armutszeugnis!

Das NIMT war als Teil einer Schenkung seitens der Rössing-Uran-Mine zur Unabhängigkeit entstanden und dient unvermindert in der Minenortschaft Arandis als Ausbildungsstätte für Handwerker, Fachberufe und Techniker, die eine Beschäftigung im Bergbausektor anvisieren. Durch anhaltende Erfolgsmeldungen über viele Jahre hinweg hat sich das Institut hierzulande und sogar auswärts einen guten Ruf verdient. Nach wie vor ist es eine der wenigen Ausbildungsinstitute, die Leute in praktischen Berufsrichtungen ausbilden und dabei den eher seltenen Ruf in Namibia genießen, dass „diese Leute zu etwas taugen“. Sie können selbstständig leisten und arbeiten.

Dies Prädikat hat letztendlich dafür gesorgt, dass sich der Staat inzwischen diesem Erfolgserlebnis angehängt hat und die Einrichtung weiterer Standorte in Tsumeb (Norden) und Keetmanshoop (Süden) gefördert hat. Doch damit hat der Staat eine Verantwortung übernommen, der er jetzt nicht nachkommt, denn das NIMT sorgt nun zum zweiten Mal in diesem Jahr für Schlagzeilen.

Als eines der wenigen Erfolgsgeschichten Namibias im Bildungswesen, wird dies Schaffen jetzt durch blinde Nachlässigkeit zunichte gemacht und darf es keinen verwundern, wenn sich die altgedienten Lehrer/Innen und Ausbilder um ein zuverlässigeres Einkommen kümmern. Und das während die Nationale Ausbildungsinstanz (Namibia Training Authority, NTA) auf mehr als 1,5 Milliarden N$ sitzt.

Sonst können wir immer einen „Plan machen“, dann muss das in diesem Falle doch auch mal bei der NTA klappen. Sie kann der NIMT einen guten Dienst erweisen, statt die weiteren geplanten Bildungsstätten zu erbauen, die dann letztendlich auch vernachlässigt werden, weil wieder die Geldmittel fehlen.



Frank Steffen

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