15 Juni 2021 | Polizei & Gericht

Betrug abgestritten

Angeklagte leugnen Diebstahl bei MultiChoice

Die drei Angeklagten, denen im Zusammenhang mit einem Millionenbetrug zu Lasten des Fernsehanbieter MultiChoice Namibia (MCN) unter anderem Betrug, Urkundenfälschung, Diebstahl und Justizbehinderung in 174 Fällen vorgeworfen wird, haben gestern alle auf unschuldig plädiert.

Von Marc Springer, Windhoek

Der Angeklagten Manga Nawa-Mukena (38) wird vorgeworfen, zwischen April 2013 und März 2017 in ihrer Eigenschaft als ehemalige Marketingbeauftragte von MultiChoice (MCN) insgesamt 85 Rechnungen für vermeintliche Anzeigen ausgestellt zu haben, die im Auftrag ihres Arbeitgebers angeblich in der Wochenzeitung Kundana veröffentlicht worden seien. Ihr wird ferner unterstellt, in gemeinschaftlicher Absicht mit ihren Mann Joseph Mukena (44) und dem Mitbeschuldigten Celestino Gabriel Antonio (38) gehandelt zu haben, als sie die Nummer ihres Privatkontos als jene von Kundana angegeben und MCN unter Vortäuschung falscher Tatsachen dazu bewogen habe, die für angebliche Werbung bestimmte, 2,08 Millionen N$ in ihr Konto zu überweisen.

In einer von Verteidiger Slysken Makando verlesenen Klageerwiderung hebt Nawa-Mukena hervor, die Zahlungskontrollen bei MultiChoice seien derart streng gewesen, dass der ihr zur Last gelegene Betrug nicht möglich gewesen wäre. Ferner betont sie, dass Antonio als Chef der Agentur Kundana den mit MultiChoice geschlossenen Marketingvertrag unterschrieben habe und dies mit ausdrücklicher Zustimmung des MCN-Geschäftsführers Roger Gertze geschehen sei.

Darüber hinaus seien keine Zahlungen an Dienstleister möglich gewesen, ohne dass Gertze und die Finanzmanagerin Annarien Vorster diese abgesegnet hätten. Folglich hätten sowohl Gertze als auch Vorster wissen müssen, dass die auf den Rechnungen angegebene Kontonummer die ihres Privatkontos gewesen sei. Gleichzeitig beteuert sie, selbst keine der MCN vorgelegten Rechnungen ausgestellt zu haben und weist darauf hin, dass Antonio “gelegentlich“ ihren Laptop benutzt habe. Deshalb sei womöglich der Eindruck entstanden, dass sie selbst Urheber der Rechnungen gewesen sei, obwohl “Antonio im Grunde sämtliche der gezahlten Beträge erhalten hat“.

Des Weiteren weist Nawa-Mukena darauf hin, dass “jegliche Überweisung bei MultiChoice zahlreiche Kontrollpunkte durchlaufen“ müsse und fünf ihrer ehemaligen Vorgesetzten sämtliche Zahlungen hätten bestätigen müssen, bevor diese hätte ausgeführt werden können. Es wäre ihr folglich unmöglich gewesen, wie von der Staatsanwaltschaft behauptet, “diesen Kontrollvorgang zu umgehen“.

Ferner bringt Nawa-Mukena vor, dass ihre Vorgesetzten bei MultiChoice nicht unter dem Eindruck hätten verkehren können, dass Kundana eine Zeitung sei, weil in den mit Antonio vereinbarten Dienstleistungen, sowie auf sämtlichen Kostenvoranschlägen und Rechnungen lediglich von Marketing und nicht von Anzeigen die Rede gewesen sei. Abgesehen davon seien im Rahmen geltender Vorschriften bei MCN nur Zahlungen für Annoncen möglich gewesen, wenn den dafür ausgestellten Rechnungen auch eine Kopie der bereits veröffentlichten Anzeige beigefügt worden sei.

Ihr Mann Joseph Mukena bestreitet in seiner Klageerwiderung ebenfalls sämtliche Vorwürfe. Zu der Anschuldigung, er habe von dem Konto Geld abgehoben, in das MCN zuvor die von seiner Frau mutmaßlich erschlichenen Finanzen eingezahlt habe erklärt er: “Ich bin mit der Hauptangeklagten verheiratet und es kann nicht als verwunderlich oder verdächtig gelten, dass zwischen uns Geld hin- und her fließt“.

Antonia ließ durch seinen Anwalt Mbanga Siyomuinji sämtliche Vorwürfe abstreiten, wollte sich darüber hinaus jedoch nicht weiter zu den Vorwürfen äußern. Das Verfahren vor Richter Herman January wird heute fortgesetzt.

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