21 Dezember 2016 | Bildung

Bessere Matrik-Ergebnisse

Grundsätzlich zufriedene Bildungsministerin fordert trotzdem ein Umdenken

Im Vergleich zu den 95.3% des Vorjahres konnten in diesem Jahr 95.5% der Fragebögen mit dem einen oder anderen Symbol versehen werden und nur 4.5% der Fragebögen blieben unqualifiziert. Bei der zunehmenden Zahl der Prüfungsteilnehmer deutet dies auf eine tatsächliche Verbesserung hin.

Von Frank Steffen

Die Staatssekretärin des Bildungsministeriums, Sanet Steenkamp, und ihre Chefin, Bildungsministerin Katrina Hanse-Himarwa, zeigten sich gestern zufrieden mit den Resultaten des sogenannten „Higher Levels“ der NSSC-Examen, welche im Rahmen der Cambridge-Internationalen-Examen (CIE) von den Schülern in Namibia als Matrik-Examen geschrieben wird. Von den 65 863 Kandidaten, welche sich landesweit für die Prüfungen der 12. Klasse qualifiziert hatten, hatten sich 14 172 für mindestens ein Fach auf dem Higher-Level eingetragen. Dieses höhere Niveau wird für viele Fächer als Voraussetzung für eine Fortbildung an den Universitäten verlangt (AZ berichtete).

Der CIE-Vorstand stellte Preise für die besten zehn Prüfungsteilnehmer zur Verfügung. Renate Potgieter von der Walvis-Bay-Privatschule konnte mit ihren sechs Einsern als Landesbeste immerhin 2 000 N$ einstreichen, während die Nachfolger je 1 200 N$ bekamen. Zweitbeste des Landes war Tsengelmaa Sundui vom St. Paul’s-College und ihr folgte auf dem dritten Platz Blessing Chizengeya vom St. Boniface-College. Die Plätze vier bis zehn wurden von Marco Jauss (4.), Lucas Wackerle-Garcia (5.), Michael Deyzel (6.), Pascal Henle (7.), Charlize Agenbach (8.), Juan-Mari Hanekom (9.) und letztendlich Luke Brinkmann (10.) eingenommen.

Hanse-Himarwa dankte ihrem Personal und meinte: „Irgendjemand muss mir das noch genau erklären. Nachdem Vorwürfe laut wurden, weil wir kurz nach dem Lehrerstreik spät im Oktober doch noch die Mathematikexamen sowie das Physik- und Chemieexamen früh im November vornahmen, scheint dies in keiner Weise einen nachteiligen Effekt auf die Resultate der beiden Fächer gehabt zu haben, denn das Durchschnittsresultat der Naturwissenschaftsbögen liegt mit 49.9% höher als die 48.8% des Vorjahres. Und im Falle der Mathematikfragebögen konnten 93% der eingereichten Testbögen mit einem Symbol versehen werden, anstelle der 93.6% im Jahre 2015.“ Sie konnte allerdings keine Auskunft geben, ob es eine Verschiebung von den höheren Symbolen 1 und 2, auf die 3 oder 4 gegeben habe? In ihrer Ansprache lamentierte Hanse-Himarwa, dass es bei gewissen Fächern einen ernstzunehmenden Einbruch gegeben habe. Prominentestes Beispiel war das Fach Buchhaltung, in welchem 20% der Fragebögen unqualifiziert blieben (also unter 29%). Die Ministerin sowie die Staatssekretärin führen dies auf einen Mangel an qualifizierten Kräften zurück. Auf die Frage der AZ, ob es nicht an der Zeit sei, die Gehälter der Lehrer laut derer Qualifikationen und die Verfügbarkeit geeigneter Kräfte zu zahlen, meinte die Ministerin, man sei dabei die tertiären Ausbildungsstätten dazu anzuhalten, mehr Lehrstellen zur Verfügung zu stellen. Diese Ausbildung sollte dann auch finanziell unterstützt werden. Sie räumte ein, dass eine Gehaltstruktur basiert auf dem Nachfrage-Angebot-Prinzip, in Zukunft nicht ausgeschlossen werden sollte. Außerdem versprach sie im kommenden Jahr ein Leistungsbewertungssystem im Bildungsministerium einzuführen: „Die Zeiten des Gehaltkassierens ohne Leistung sind vorbei!“

Steenkamp wies indes daraufhin, dass die verbesserten Resultate bewiesen, dass nicht alles mit Geld zu lösen sei: „ Die Einstellung zur Arbeit seitens des Schulleiters und des Kollegiums, die Qualität des Unterrichts, die Disziplin auf dem Schulhof und in den Klassen, die Zusammenarbeit zwischen Kollegen sowie der Kinder, sowie auch der Konsens wenn es um interne und externe Angelegenheiten geht, das sind alles Faktoren, die eine Schulgemeinschaft formen und beeinflussen, wodurch der richtige Weg eingeschlagen werden kann, welches verbesserte Resultate zur Folge hat.“

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