29 Juli 2020 | Lokales

Bessere Lebensbedingungen gefordert

Twaloloka-Inferno löst Demo in Swakopmund aus - Vorsicht vorm Spenden

Nach dem Großbrand in Walvis Bays Twaloloka werden Aufrufe nach besseren Wohnbedingungen lauter - auch im benachbarten Swakopmund. Die Polizei hat indes die Öffentlichkeit aufgerufen, beim Spenden für Twaloloka-Obdachlose vor möglichem Betrug auf der Hut zu sein.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay

Hunderte Einwohner aus der Swakopmunder informellen Siedlung DRC wurden am Montagabend von der Polizei aufgehalten, nachdem sie leerstehende Billigwohnungen besetzen wollten. Die zementierten Wohnungen wurden als Teil des Wohnungsbauprogramms errichtet und stehen seit etlichen Jahren leer.

„Wir befürchten, dass uns dasselbe passieren wird, was in Twaloloka vorgefallen ist“, sagte die DRC-Einwohnerin Erna !Gom-Khaises, die die Gemeinschaft mobilisiert hat. „Der Grund für den Großbrand in Walvis Bay liegt in den Lebensbedingungen der Einwohner dort. Ihnen wurde das Recht auf angemessenen Wohnraum verweigert - uns auch“, ergänzte sie. Weil die Demonstranten aber über keine polizeiliche Genehmigung verfügten, wurden sie von der Polizei aufgehalten und konnten ihre Forderungen nicht vortragen. „Wir haben nun einen Antrag bei der Polizei eingereicht und werden an diesem Samstag erneut marschieren“, sagte eine Sprecherin der Gruppe gestern im Gespräch mit der AZ. „Mit dieser Maßnahme wollen wir demonstrieren, wie ernst unsere Notlage ist. Wir haben die Nase voll“, ergänzte !Gom-Khaises. Und: „Wir warten seit 2007 auf Wohnungen und haben mehrere Anträge eingereicht. Wir haben noch nie eine Antwort bekommen, obwohl wir uns die Häuser leisten können.“

Der Großbrand in der informellen Siedlung Twaloloka in Walvis Bay hat laut Schätzungen der Polizei zwischen 150 und 200 Holzhütten verwüstet und ein Menschenleben gefordert. Gestern gab Polizeisprecherin Kauna Shikwambi die Identität des dreijährigen Jungen bekannt: Nghukongwanongo Felep Mhandla. Ersten Ermittlungen zufolge soll der Brand in der Hütte des Jungen entstanden sein. „Die Mutter hat eine Kerze angezündet und ist zum Laden gelaufen. Es wird vermutet, dass die Kerze auf das Bett gefallen ist und das Inferno ausgelöst hat“, teilte Shikwambi mit.

Während der Löscharbeiten habe die Gemeinschaft indes Feuerwehrmänner beschuldigt, nicht schnell genug vor Ort gewesen zu sein und von der falschen Seite die Flammen bekämpft zu haben. Entrüstete Einwohner hätten daraufhin Polizisten und sonstige Notdienste angegriffen. Es seien drei Polizeiwagen, ein NDF-Minibus, eine Ambulanz, ein Feuerwehrwagen und ein städtisches Fahrzeug beschädigt worden. „Die Türen und Fenster eines Privathauses nahe Twaloloka wurden ebenfalls beschädigt, nachdem ein Wachmann dort Schutz vor der wütenden Menge gesucht hatte. Der Mann wurde schließlich von Polizisten gerettet, die Warnschüsse abgegeben haben“, so Shikwambi. Nach Eintreffen von zusätzlichen NDF-Mitgliedern, die Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt hätten, sei der Mob zerstreut worden.

Indes strömt Hilfe für die Obdachlosen von nah und fern an. Shikwambi ruft aber die Öffentlichkeit auf, Spenden lediglich an überprüfte und glaubwürdige Quellen zu machen. „Gewohnheitsverbrecher können diese Situation ausnutzen, um die gutherzigen und sympathischen Namibier im Namen der Twaloloka-Opfer von ihrem hart verdienten Geld und Eigentum zu berauben“, sagte sie.

Eine großzügige Spende mit Matratzen, Zelten und Lebensmittel ist gestern Morgen vom Büro des Premierministers in Walvis Bay angekommen. Zur gleichen Zeit hatte auch die Oppositionspartei PDM eine Lkw-Fracht mit Decken und Lebensmittel entsandt. „Das Büro des Erongo-Gouverneurs hat uns daran gehindert, die Spende zu überreichen“, teilte die PDM mit. Der Grund: die PDM-Mitglieder hätten Parteiwäsche getragen. „Das ist inakzeptabel“, teilte die Partei mit.

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