15 Februar 2017 | Polizei & Gericht

Berufungsklage abgewiesen

Oberstes Gericht bestätigt Strafen für Mörder von Taxifahrer

Zwei der drei Männer, die im Zusammenhang mit dem Raubmord an einem Taxifahrer in Windhoek zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, sind mit ihrer Berufung in höchster Instanz vor allem an dem Prinzip gemeinschaftlicher Absicht gescheitert.

Von Marc Springer, Windhoek

Die beiden Revisionskläger Jackie Jackson und Isaskar Nau-Gawaseb waren im Oktober 2013 zu Haftstrafen von 40 und 42 Jahren verurteilt worden. Zuvor hatte Richterin Naomi Shivute die beiden Männer und ihren nicht in Revision gegangenen Mitangeklagten Kavetu Kwandu wegen gemeinschaftlichen Mordes, schweren Raubes und Justizbehinderung schuldig gesprochen.

Die Richterin sah es damals als erwiesen an, dass die drei Angeklagten mit einander „kooperiert“ haben, als sie in der Nacht zum 19. April 2010 beim Hage-Geingob-Stadion im Windhoeker Stadtteil Olympia den Taxi-Fahrer Alfons Rijatua (42) erschossen und ausgeraubt haben. Da die drei dabei ein kollektives Ziel verfolgt hätten, sei es „unerheblich“, wer von ihnen den tödlichen Schuss abgegeben habe, der Rijatua aus nächster Nähe in die Brust traf.

Für eine gemeinschaftliche Absicht der drei Angeklagten sprach Shivute zufolge neben deren erwiesener Präsenz am Tatort auch die Tatsache, dass alle von ihnen beteiligt gewesen seien, als sie die Leiche ihres Opfers in den Kofferraum von dessen Taxi geladen, nach Rocky Crest transportiert und dort deponiert hätten. Da sich die Angeklagten gegenseitig belastet haben und es keine weiteren Augenzeugen gab, könne zwar nicht zweifelsfrei festgestellt werden, wer von ihnen den tödlichen Schuss auf Rijatua abgegeben habe. Diese Frage sei jedoch „irrelevant“ weil eine kollektive Absicht erwiesen und damit bei allen drei Angeklagten der Straftatbestand des Mordes erfüllt sei.

In dieser Einschätzung hat ihr das Oberste Gericht in einem am Montag ergangenen Urteil Recht gegeben. Zur Begründung führen die Richter Sylvester Mainga, Elton Hoff und Fred Chomba an, die unterschiedlichen Versionen der drei Beschuldigten zum Tatgeschehen seien derart unglaubwürdig, dass sie mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit frei erfundene Schutzbehauptungen seien.

Unbestritten sei jedoch, dass alle drei von ihnen am Tatort gewesen und die kollektive Absicht gehabt hätten, den Taxifahrer zu ermorden und auszurauben. Demnach sei sowohl ihre Verurteilung als auch das ihnen auferlegte Strafmaß rechtens und ihre Berufung zum Scheitern verurteilt.

BU1: Der verurteilte Mörder und gescheiterte Revisionskläger Jacky Jackson (links) berät sich mit seinem Anwalt Brownell Uirab.

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