08 April 2019 | Wirtschaft

Bergbau verdrängt Farmer

Disput um angebliche Landbesetzung in Erongo wird zum Politikum

Der Minister für Landreform, Utoni Nujoma, beteuert weiter, dass die Farm Okongava nie der Stammesbehörde der Tsoaxudama zugesprochen worden sei und nicht Teil des Kommunalgebiets von Otjimbingwe ausmache. Demnach würde die Volksgruppe das Land illegal besetzen.

Von C. Sasman und F. Steffen, Windhoek

Wie Nujoma am Donnerstag in der Nationalversammlung mitteilte, werde der 15160 Hektar umfassende „Teil A der Farm Okongava Nr 72“ in der Erongo-Region von Minengesellschaften besetzt, obwohl er nie der Tsoaxudaman Kommunalverwaltung zugesprochen wurde.

Sein Ministerium habe die Farm ursprünglich im Jahre 2014 für den Betrag von 15 Millionen N$ erstanden, mit dem Vorhaben damit das Otjimbingwe Kommunalgebiet zu vergrößern. Das Gebiet sei jedoch weder vergrößert, noch offiziell der Stammesbehörde zugeteilt worden. Dabei sei dem Ministerium bereits seit Dezember 2014 bekannt gewesen, dass sich die Tsoaxudaman-Kommunalverwaltung unter Leitung des Stammesoberhauptes Jonathan Neumbo das Land angeeignet habe.

Nujoma sei nicht bekannt mit welcher Befugnis diese Landnahme vorgenommen worden sei, jedenfalls gebe es keine solche Genehmigung seitens seines Ministeriums. Er wisse auch nicht von irgendeiner Korrespondenz, laut der das Land in das Otjimbingwe Kommunalgebiet integriert worden sei: „Die Kommunalverwaltung hat das Land seit 2015 aufgeteilt und unrechtmäßig unter seinen Mitgliedern verteilt und später haben sich weitere Leute einfach darauf niedergelassen. Sie gaben die anhaltende Dürre als Grund an.” Nachdem den Siedlern in den Jahren 2015 und 2018 Räumungsbefehle zugestellt worden waren, verbleiben laut Nujoma immer noch 18 illegale Siedler.

Bergbaubetriebe

Indessen habe sein Ministerium auf Anraten der Landreform-Kommission (Land Reform Advisory Commission, LRAC) einen detaillierten Plan aufgestellt, der die Minenrechte und Landwirtschaftsparzellen definiert. Da der Plan erst im Januar 2018 in Kraft getreten sei, hätten die mittlerweile ansässigen Bergbaubetriebe längst ihre Aktivitäten aufgenommen.

Laut Nujoma hatte Neumbo allerdings auch eine Abmachung unterschrieben, laut der die Kommunalverwaltung im Februar 2015 den Firmen Bescheer Investment CC und Bohale Investment CC als Teil eines Gemeinschaftsunternehmens Rechte zugestanden hatte, Granit und Marmor abzubauen. Weitere Bergbau-Unternehmen hätten sich seitdem auf dem besagten Land niedergelassen. Eine dieser Firmen sei die kanadische Minengesellschaft Desert Lion Energy (Pty) Ltd, die laut Nujoma die „aktivste” sei.

Die namibische Firma !Huni-/Urib Investments besitzt einen 20-prozentigen Anteil an Desert Lion. Nujomas Neffe, Thomas Mushimba, ist Teilhaber und Direktor von !Huni-/Urib – er ist auch Teil des Management Teams im Lande. Desert Lion baut Lithium in der alten Rubicon-Mine ab und hat bereits damit begonnen dieses nach China zu exportieren.

In der vergangenen Woche hat laut Nujoma die Firma Gecko Mining (zu 100% namibisch) einen Antrag gestellt, Kalk abbauen zu dürfen. Es gebe vier Bergbau-Unternehmen mit gültigen Prospektier-Lizenzen (EPLs) auf Farm Okongava – zwei davon mit Abbaugenehmigungen. Außerdem hätten sechs weitere ihre Schürfrechte dort abgesteckt und reserviert. Die vier EPLs gehören Bohale Investments CC, Desert Lion, Navachab Gold Mine und Ngendahala A.K. Frans Indonga. Erstere beiden seien die dazu berechtigten Minenbetreiber. Zwei der sechs Claims gehören Jan George Enslin (Jnr) und ein weiterer gehört Gecko Limestone. Johannes Shikwambi und Megameno Angula besitzen einen weiteren Minen-Claim, während die restlichen Ebson Gamxamub und Claus Gertze gehören.

Laut Nujoma hätte ferner Wachpersonal seines Ministerium im Juni 2017 berichtet, dass das Bergbau-Unternehmen BC Drilling CC den Betrieb auf der Farm aufgenommen habe; diese Firma sei nicht im Gesellschaftsregister (Business and Intellectual Property Authority, Bipa) aufgeführt..

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