27 Februar 2019 | Meinung & Kommentare

Über Vernichtung von Steuergeldern

Eine Verbrennung von Staatsfinanzen. Das bleibt unterm Strich übrig, wenn namibische Schulabgänger mit Stipendien der Regierung in Osteuropa einen Medizinabschluss machen, der hierzulande wertlos ist.

Die Causa Medizinstudenten wirft gleich mehrere Fragen auf. Zum einen, warum die Regierung in den vergangenen sechs Jahren rund 125 Millionen N$ für Stipendien an 206 Schulabgänger bereitgestellt hat, die den Aufnahmebedingungen an der Medizinfakultät der namibischen Universität (Unam) nicht genügt haben und deshalb von vorne herein keine Laufbahn in einem der Staatskrankenhäuser hätten anstreben sollen.

Zum anderen bleibt unverständlich, warum den Studenten eine medizinische Ausbildung in Russland, der Ukraine und China finanziert wurde, obwohl hätte bekannt sein müssen, dass dort nicht nur die Aufnahmebedingungen, sondern auch die Qualität des Unterrichts deutlich niedriger als hierzulande sind. Schließlich haben zuvor bereits 400 Studenten diese Ausbildung durchlaufen und muss spätestens nach deren Rückkehr deutlich geworden sein, dass sie für eine Arbeit als Praktikanten an Staatskrankenhäusern nicht qualifiziert sind.

Wie kann es also sein, dass sich offenbar niemand über den fachlichen Wert der im Ausland erlangten Medizinabschlüsse informiert, bevor weiteren, dafür akademisch ohnehin eher ungeeignete Kandidaten dasselbe Studium finanziert wird? Wie kann es sein, dass die Defizite des Studiums erst dann offenkundig werden, wenn die 206 Absolventen nach der Rückkehr einen Eignungstest absolvieren müssen, den nur zwei (2!) von ihnen bestehen?

Was bleibt ist eine Alimentierung von Studenten, deren Stärken offenbar nicht im akademischen Bereich liegen und deren Ausbildung im Ausland nutzlos war, weil sie mit derzeitigem Wissensstand dem ihnen zugedachten Posten nicht gewachsen sind. Es bleibt also nur die Wahl, ihren Auslands-Aufenthalt als Zeit- und Geldverschwendung abzuschreiben, oder sie, natürlich auf Staatskosten, erneut zu qualifizieren.

Marc Springer

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