18 Oktober 2019 | Natur & Umwelt

Bedrohung für Trophäenjagd

Englische Regierung führt Konsultationsgespräche über ein Einfuhrverbot

Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd zeigt sich besorgt über ein mögliches Einfuhrverbot von Trophäen ins Vereinigte Königreich. Der Rat erwartet eine direkte wirtschaftliche Auswirkung auf die afrikanische Kommunalgesellschaft und damit auf den Naturschutz.

Von Frank Steffen

Windhoek

In einem offenen Brief an die britische Umweltministerin Theresa Villiers sowie weitere englische Parlamentarier, die sich mit der Umwelt sowie auswärtiger Politik befassen, bringt der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) seine Sorge zum

Ausdruck, über geplante Konsultationsgespräche der englischen Regierung, die auf ein Verbot des Imports von Trophäen nach England abzielen.

„Das Vorhaben mag idealistische und verständliche Ziele verfolgen, doch dürfte dies eine ernsthafte Auswirkung auf den Wildbestand der betroffenen Länder haben – vor allem im Sub-Saharagebiet Afrikas“, heißt es in dem Dokument, dass am 11. Oktober veröffentlicht wurde. Der CIC schlage darum dringend vor, dass sich das englische Umweltministerium, bevor es voreilige Entschlüsse nehme, zu Gesprächen mit den entsprechenden Ministerien und Abteilungen treffe, die direkt an der Verwaltung des Wildbestands beteiligt seien. Ein Verbot auf den Import von Trophäen dürfe voraussichtlich schwerwiegende Auswirkungen auf diese Länder haben.

„Beachtet man die sozio-ökonomische sowie ökologische Bedeutung und Wichtigkeit der nachhaltigen Jagd für die südafrikanische Staatengemeinschaft SADC, dann sollten zumindest die Länder Botswana, Mosambik, Namibia, Südafrika, Tansania, Sambia und Simbabwe zu Gesprächen eingeladen werden“, heißt es ferner in dem Communiqué. Nicht nur die Ministerien, sondern auch Vertreter der Kommunalgesellschaft sollten angehört werden, da sich diese an der sprichwörtlichen Front der Hegewirtschaft befinden und auf engem Raum mit dem Wild überleben. Es sei abzusehen, dass sich ein Importverbot negativ auf den Umweltschutz auswirken dürfte.

Gerade am Anfang des Jahres hatte der namibische Umweltminister Pohamba Shifeta während eines Besuchs in den Kavango- und Sambesi-Regionen daran erinnert, wie wichtig die nachhaltige Jagd für die Bevölkerung im Nordosten Namibias sei. Die ordentliche Verwaltung der Hegegebiete sei eine Voraussetzung, wenn eine nachhaltige und ethische Jagdwirtschaft zum Vorteil der betroffenen Kommunalgebiete betrieben werden soll.

Die Geschäftsführerin des namibischen Berufsjagdverbandes NAPHA, Tanja Dahl, zeigte sich in einem Gespräch besorgt über diese Entwicklung. Genaue Zahlen gebe es zwar keine, da nicht alle Jäger gesetzlich verpflichtet seien, ihre Jagdzahlen dem NAPHA zu melden, doch habe der namibische Landwirtschaftsverband NAU vor zwei Jahren das Einkommen der Jagd nur auf den kommerziellen Farmen bereits mit 550 Millionen Namibia-Dollar beziffert – diese Zahl sei ihrer Meinung nach allerdings ein Mindestbetrag.

Aufgrund des weit höheren Wertes des Großwilds, dürften die kommunalen Hegegebiete wahrscheinlich noch Mal eine ähnliche Einkommensziffer verzeichnen und somit verwundert es nicht, wenn auch der Vorsitzende der namibischen Umweltkammer NCE, Dr. Chris Brown, sich besorgt zeigt.

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