25 März 2020 | Gesundheit

Bedingtes Ausgangsverbot in Namibia

Gesundheitsminister koordiniert alle COVID-19-Maßnahmen in Namibia

Knappe 24 Stunden nach der Ankündigung des südafrikanischen Präsidenten, der angesichts der COVID-19-Pandemie eine 21 Tage andauernde Ausgangssperre verhängt hatte, folgt Namibia diesem Beispiel nur bedingt. Die Ausgangsbeschränkung gilt nur für die Regionen Erongo und Khomas.

Von Frank Steffen, Windhoek

Nachdem der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa am Montagabend, angesichts der COVID-19-Pandemie in einer außergewöhnlichen Ansprache an die Nation, eine 21 Tage lange Ausgangssperre erhoben hatte, folgte gestern Namibia diesem Beispiel nur bedingt. Die Maßnahme tritt in Südafrika ab morgen um Mitternacht in Kraft - in der Nacht von Donnerstag auf Freitag -, während sie in Namibia erst um Mitternacht am Freitag beginnt, aber nur in den Regionen Erongo und Khomas. Das Ausgangsverbot überdauert in beiden Fällen die Osterzeit.

Regionalgrenze verschoben

Entgegen der landesweiten, südafrikanischen Ausgangssperre, hat der namibische Präsident Hage Geingob eher eine Ausgangsbeschränkung für die westliche Erongo-Region und die zentral-namibische Khomas-Region angeordnet. In beiden Fällen bleibt die Maßnahme bis zum 16. April gültig. Namibia will dann die Maßnahme neubetrachten und wenn nötig verlängern, führte der ehemalige Gesundheitsminister und jetzige Ratgeber des Präsidenten, Dr. Marcus Hausiku, aus. Die Khomas-Region werde nicht entlang der Regionalgrenzen abgeriegelt, sondern würden die Einwohner der nördlich gelegenen Ortschaft Okahandja (eigentlich Otjozondjupa-Region) sowie der südlich gelegenen Ortschaft Rehoboth (bis zum Wendekreis des Steinbocks) als Teil des abgeriegelten Gebietes betrachtet werden. Im Osten würde der Flughafen die äußerste Grenze bilden, während im Westen die normale Khomas-Grenze gilt.

Im Falle der Erongo-Region schienen bisher keine festen Grenzen gesetzt worden zu sein, denn Hausiku wusste nur, dass die Grenze „wohl irgendwo zwischen Okahandja und Karibib“ sein müsse, da das Meer eine natürliche Grenze im Westen bilde. Näheres werde bald bekannt.

Grenzen geschlossen

Der Gesundheitsminister Kalumbi Shangula wurde vom Präsidenten als Koordinator aller Maßnahmen in Namibia ernannt. Er betonte, dass alle Grenzen nach Namibia geschlossen worden seien: „Auch die Grenzposten bei Oshikango, Katwitwi, Wenela (Katima Mulilo), Buitepos, Ariamsvlei, Noordoewer, Lüderitzbucht und Walvis Bay sind jetzt geschlossen. Ich betone nochmals: Die Grenzen sind geschlossen, kommen Sie nicht mit Tricks!“ Ausnahmefälle würden von Fall zu Fall betrachtet, dazu würden medizinische Notfälle gehören, aber auch Geschäftsreisende aus beiden Ländern - Südafrika als maßgeblicher Exporteur von Lebensmitteln nach Namibia und Namibia als Importeur von lebenswichtigen Nahrungsmitteln. „Es muss sich um einen strategisch wichtigen Besuch handeln“, führte Shangula aus.

In seiner Ansprache am Vorabend, hatte sich Ramaphosa keinen Illusionen hingegeben und betonte, dass die Ausgangsperre zweifelsohne eine teure Auswirkung auf die bereits angeschlagene Wirtschaft haben dürfte, doch sei dies auf lange Sicht der richtige Schritt. Geingob teilte gestern diese Ansicht.

Ausnahmegenehmigungen

Indessen bleiben in beiden Ländern wichtige Berufszweige wie beispielsweise Polizisten und Soldaten, Notdienste und Gesundheitspersonal, Angestellte der Lebensmittelindustrie und andere als unverzichtbar identifizierte Mitarbeiter, von dieser Notmaßnahme unberührt. In beiden Fällen ist es den Bürgern erlaubt, aus „gutem Grund das Haus zu verlassen“, dann aber allein und nicht zur Freizeitgestaltung. Der Einkauf von Treibstoff an Tankstellen, Proviant in den Supermärkten und medizinischem Bedarf in den Apotheken ist genehmigt. Die Nahrungsmittellieferungen sollen nicht nachteilig von diesen Maßnahmen beeinträchtigt werden.

Der namibische Gesundheitsminister brachte den neusten Stand bekannter COVID-19-Fälle in Namibia auf sechs an der Zahl - zwei der Infizierten seien Namibier. In Anbetracht der zunehmenden Fälle, sei es angebracht, dass alle Clubs, Bars und Shebeens (Barackenausschank in den wilden und informellen Siedlungen) geschlossen würden. Sogenannte Cuca-Shops dürften dagegen ähnlich der Supermärkte bis um 18 Uhr geöffnet bleiben.

Ramaphosa mahnte, es sei an der Zeit, sich schwache Gewohnheiten abzugewöhnen. Es sei ratsam zuhause zu bleiben und die Öffentlichkeit zu meiden, dafür sei ein sofortiges Auftreten unumgänglich. Der Druck auf die Hospitäler und Krankenhäuser müsse dringend vermindert werden, denn diese seien dem Ansturm von Krankheitsfällen nicht gewachsen: „Die nächsten Tage sind ausschlaggebend!“

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